Bald keine anonymyme Internet Nutzung in Dänemark?

Im Kampf gegen den Terrorismus emfiehlt die dänische Polizei, alle anonymen Möglichkeiten für den Internetzugang abzuschaffen. Eine Arbeitsgruppe des Justizministriums hat mit der Erarbeitung von entsprechenden Empfehlungen für das Parlament begonnen.

ISPs und Firmen sollen die Identität der Surfer vor dem Herstellen der Verbindung mit dem Internet prüfen ("strong proof of identity"). Dabei sollen mit dem deutschen ePA vergleichbare Ausweisdokumente zum Einsatz kommen. Ausdrücklich eingeschlossen sind auch Bibliotheken und Internetcafe's.

The idea is that the police or the police intelligence service, with data from the open network connections will be able to investigate terrorism more effectively when the police can see who is logged on to the open network and not least, what sites network users have visited and whom they interacted with.

(Quelle: Computerworld.dk)

Einige terroristische Organisationen der letzten Jahre: Greenpace Aktivisten wurden in Dänemark nach den Anti-Terror-Gesetzen observiert, Movimento Verde Eufemia (Gentechnikgegner aus Portugal) sind im EU-Terrorism Report 2008 als Terroristen gelistet, Britische Tierschutzaktivisten waren in Großbritannien die ersten, die nach dem RIPA Gesetz zur Herausgabe von kryptografischen Schlüsseln gezwungen wurden, Globalisierungsgegner beim G8-Gipfen in Heiligendamm wurden als terroristische Vereinigung eingestuft, beim G8-Gipfel in Toronto sollten Polizeispitzel den Aktivisten schwere Straftaten anhängen, in Östereich wurde eine Tierschutzorganisation als Vereinigung nach dem §278a StGB eingestuft, Rolf Gössner (Präsident der Internationalen Liga für Menschenrechte und als Mitherausgeber des Grundrechte-Reports) wurde 40 Jahre intensiv vom Verfassungsschutz bespitzelt und aktuell wurde bekannt, dass die Teilnehmer von Demonstrationen gegen einen Naziaufmarsch in Dresden mittels Funkzellenabfrage analysiert werden.

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Kommentare

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  1. Trader schreibt:

    lt Heise-Bericht werden auch in EU anonyme Bezahldienste wie paysafecard de-anonymisiert, angeblich wegen Geldwäsche. Kann man Geldwäsche nicht leicht umgehen, indem man den buchbaren Betrag pro Tag und PC auf z.B. 5 € beschränkt, womit sich Geldwäsche nicht mehr lohnen sollte? Wenn solch leichte Umgehen möglcih ist, bedeutet dies dass die EU totale Deanonymisierung des Internets plant oder wie muss man dies interpretieren?

  2. cane schreibt:

    Wir haben den Heise Bericht zum E-Geld auch gelesen und sind uns noch nicht sicher, wie der neue Gesetzentwurf zu interpretieren ist. Wir werden den Prozess weiter beobachten, da wir mit den von uns gebotenen Bezahlmethoden auch direkt betroffen sind. Das EU-weit eine Deanonymisierung im Internet angestrebt wird, ist seit einigen Jahren erkennbar. Die VDS (oder Mindestspeicherpflicht) ist ein gutes Beispiel. Dieser Angriff auf anonyme Bezahldienste ist ein weiterer Schritt. Dass der neue ePA irgendwann bestimmt auch in Deutschland für eine strenge Identitätsprüfung genutzt werden könnte, wird vom CCC seit längerem befürchtet. Gegenwehr erfordert auch politischen Engagement. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass Anonymisierungsdienste wie JonDonym das Problem für sie persönlich schon irgendwie richten werden.


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