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 Post subject: Vorratsdatenspeicherung
PostPosted: Fri Jan 27, 2012 9:20 

Joined: Fri Nov 05, 2010 17:55
Posts: 464
Mit dieser Studie dürfte sich das Thema wohl erledigen.
http://vds.brauchts.net/MPI_VDS_Studie.pdf

_________________
Hinsichtlich der Aufsprengung eines historischen Kontinuums, durch den „Zeit-Raum“ wird, gewissermaßen durch geschichtslose Lücken im Ablauf der Zeit, eine Pforte für das Hindurchtreten von „Gespenstern“ eröffnet.


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 Post subject: Re: Vorratsdatenspeicherung
PostPosted: Fri Jan 27, 2012 12:39 

Joined: Mon Jan 09, 2012 17:12
Posts: 59
Ich wüsste nicht, warum sich das Thema damit erledigen sollte. Das wäre geradezu ein leichtsinniger Trugschluss. Es gibt keine Anzeichen, die dafür sprechen, dass diese Studie irgendeinen nennenswerten Einfluss auf die Debatte haben wird.

1. Der Auftraggeber ist das Bundesamt für Justiz - eine dem Justizministerium nachgeordnete Behörde. Bei Studien ist es nunmal so, dass der Auftraggeber in vielen Fällen aber das Ergebnis bestimmt. Man kauft sich bei Studien externen Sachverstand mit dem einzigen Ziel ein, die eigene Meinung zu untermauern. Um diesen Umstand weiß natürlich auch der politische Gegner. Es gibt also keinen Grund zur Annahme, dass CDU bzw. SPD durch diese Studie stark beeindruckt werden würden.

2. Es geht bei der Politik ohnehin nur am Rande um Fakten. Wichtiger ist Macht und das Instrumentalisieren von Gefühlen und Stimmungen in der Bevölkerung. Eine faktenorientierte Studie lässt sich dazu aber gar nicht verwenden. Wenn z. B. Innenminister Friedrich irgendwann mit einem Fall von sexuellem Missbrauch auftritt, der hätte mit der Vorratsdatenspeicherung aufgeklärt werden können (oder falls sie in der Zukunft doch kommen sollte, aufgeklärt wurde), dann hat das einen vielfach höheren Einschlag, obwohl es nur einen Einzelfall ist und überhaupt keine systematische Auswertung, wie diese Studie. Mit Fakten erreicht man den Großteil der Wähler nicht, man erreicht sie mit Stimmungen in "Bild, BamS und Glotze".

3. Die Studie ist inhaltlich leicht angreifbar. Die Authoren schreiben selbst an mehreren Stellen, dass die Datengrundlage erbärmlich ist, weil die Staaten bzw. Strafverfolgungsbehörden überhaupt keine systematische Auswertung machen, welche ihrer eingesetzten Fahndungsmittel wie erfolgreich und notwendig für die Aufklärung eines Falles waren. Es wird z. B. in den europäischen Ländern mit Vorratsdatenspeicherung gar nicht unterschieden, ob wirklich die auf Vorrat gespeicherten Daten nötig waren oder ob die normal anfallenden Verkehrs- und Stammdaten bei einer Abfrage schon ausgereicht haben. In Deutschland war die Vorratsdatenspeicherung auch viel zu kurz aktiv, um überhaupt eine Datenbasis für sinnvolle Vergleiche zwischen Vorratsdatenspeicherung und keiner Vorratsdatenspeicherung zu haben.

Ich will das nicht als Argumente für eine Vorratsdatenspeicherung verstanden wissen - Gott bewahre - aber man sollte nicht dem schwerwiegenden Fehler verfallen, dass man es ja nun schwarz auf weiß hätte, dass Vorratsdatenspeicherung nichts bringt und deshalb das Thema durch wäre. So funktioniert Politik nicht.


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 Post subject: Re: Vorratsdatenspeicherung
PostPosted: Fri Jan 27, 2012 19:29 
Zum Thema gibt es eine Beschwerde bei EU Gerichtshof für Menschenrechte:

http://www.daten-speicherung.de/wp-cont ... G_anon.pdf


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 Post subject: Re: Vorratsdatenspeicherung
PostPosted: Fri Jan 27, 2012 20:07 

Joined: Wed Jun 29, 2011 10:46
Posts: 82
Quote:
Es geht bei der Politik ohnehin nur am Rande um Fakten.

Genau, und das wird schnell klar, wenn man das liest: http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 23859.html

"Wir müssen hart an den Rand des verfassungsrechtlich Zulässigen gehen"


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 Post subject: Re: Vorratsdatenspeicherung
PostPosted: Sat Jan 28, 2012 9:49 

Joined: Fri Nov 05, 2010 17:55
Posts: 464
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/lan ... .1061222-2
Ist sowas eigentlich auch in Bezug auf Jondonym möglich? Bin da kein Fachmann, könnte mir aber ein Standortabfangen auch hier durchaus vorstellen.
Diese Vorratsdaten wären dann sogar legal!
Ich messe bei mir soeben eine grobe Schwingung von 50,10 Hz. Woher bin ich?

_________________
Hinsichtlich der Aufsprengung eines historischen Kontinuums, durch den „Zeit-Raum“ wird, gewissermaßen durch geschichtslose Lücken im Ablauf der Zeit, eine Pforte für das Hindurchtreten von „Gespenstern“ eröffnet.


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 Post subject: Re: Vorratsdatenspeicherung
PostPosted: Sat Jan 28, 2012 9:56 
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Joined: Thu Dec 04, 2008 18:02
Posts: 1054
nichtbekannt wrote:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landeskriminalamt-dem-verbrechen-auf-der-spur-1.1061222-2
Ist sowas eigentlich auch in Bezug auf Jondonym möglich?
Nein.


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 Post subject: Re: Vorratsdatenspeicherung
PostPosted: Sat Jan 28, 2012 11:02 

Joined: Mon Jan 09, 2012 17:12
Posts: 59
nichtbekannt wrote:
Ist sowas eigentlich auch in Bezug auf Jondonym möglich? Bin da kein Fachmann, könnte mir aber ein Standortabfangen auch hier durchaus vorstellen.


nichtbekannt wrote:
Ich messe bei mir soeben eine grobe Schwingung von 50,10 Hz. Woher bin ich?


Das geht genau nicht. Das LKA macht sich ja im beschriebenen Szenario zu Nutze, dass diese Frequenzschwankungen ausschließlich ZEITABHÄNGIG und NICHT ORTSABHÄNGIG sind.

Das liegt daran, dass es ein europaweites Verbundnetz gibt. Damit das Netz aber so verbunden sein kann, muss die Frequenz überall im Netz gleich sein - ansonsten kommt es zu automatischen Netztrennungen, was normalerweise mit großflächigen Stromausfällen einher geht, weil dann in einigen Bereichen des so aufgetrennten Netzes zu viel Leistungsproduktion besteht, in anderen zu wenig.

Man kann also im Fall des Verbundnetzes auf Grund der einheitlichen Frequenz genau nicht sagen, wo sich jemand befindet. Da die Frequenz aber überall einheitlich ist, kann man die Zeit auf diese Weise auflösen, weil man die an jeder beliebigen Stelle des Netzes (also z. B. auch beim LKA selbst) messen kann.

Wikipedia kann dir zum europäischen Verbundnetz noch mehr sagen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A ... bundsystem


Es sind natürlich Spezialszenarien denkbar: Als Nachfolger von Osama bin Laden veröffentlichst du eventuell ein in einem neutralen Raum aufgenommenes Video über JonDo. Man könnte nun auf Grund der Netzstörgeräusche eventuell eine Grobeinordnung vornehmen, wo das Video aufgenommen wurde - Nordamerika hat z. B. ein 60-Hz-Netz, Europa ein 50-Hz-Netz. Derartige Einordnungen wären dann durchaus denkbar. Das liegt aber weniger an JonDo als viel mehr an den Daten, die du veröffentlichst.


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