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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Tue Jan 10, 2012 12:39 
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Joined: Mon Dec 29, 2008 15:58
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Denn wenn der Premium-Hinweis kommt, muss der Nutzer die im Hintergrund eigentlich schon abgerufene Seite nochmal abrufen.
Können Sie belastbare Zahlen zu diesem Effekt liefern? (Ist eine ernsthafte Frage, wir speichern auf unseren Webseiten zu wenig, um das erkennen zu können und außerdem werden unsere Seiten meist via HTTPS genutzt.)

Mit dem JonDoFox sollte das nicht passieren:
Code:
network.prefetch-next = false


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Tue Jan 10, 2012 12:59 

Joined: Mon Jan 09, 2012 17:12
Posts: 59
Wir verstehen uns immer noch nicht richtig. Ich versuche es nochmal neu zu erklären, denn obiger Hinweis auf die Browsereinstellung hat darauf überhaupt keinen Einfluss.

Die Werbeeinblendung funktioniert ja wie folgt: Ich rufe eine Seite ab. Erst nachdem die Antwort des gewählten Webservers beim JonDo-Client vorliegt, entscheidet er ja, ob er diese abgerufene Seite durch eine Werbeeinblendung ersetzt oder nicht (denn es muss ja HTTP 200 in der Antwort sein und sie muss den Content-Type "text/html" haben, sonst findet ja keine Zählung statt). Als Websitebetreiber sehe ich also in jedem Fall einen ersten Abruf der HTML-Seite. Wenn für den JonDo-Client keine Werbung dran ist, würde anschließend die Website ganz normal weiter geladen (Bilder, ...) und im Browser des JonDo-Nutzers dargestellt - OK, kein Problem.

Was passiert jetzt aber, wenn der JonDo-Client den ursprünglichen Abruf durch die Werbeseite ersetzt? In dem Fall wird die Antwort auf die ursprüngliche Website vom JonDo-Client praktisch verworfen und durch die Weiterleitung zur Werbeseite ersetzt. Der Nutzer wird anschließend aber natürlich nochmal sein eigentliches Ziel versuchen anzusteuern. Ich sehe als Websitebetreiber also einen zweiten Abruf der HTML-Seite (und wenn der nicht wieder durch die Werbeseite ersetzt wird, werden anschließend dann auch eingebettete Elemente noch geladen).

Was kann ich also daraus schlussfolgern? Wenn ich als Websitebetreiber von einer JonDo-Kaskade innerhalb kurzer Zeit zwei Abrufe der gleichen HTML-Seite bekomme (insbesondere wenn dem ersten Abruf kein Abruf der eingebetteten Elemente folgt), dann hat der entsprechende JonDo-Benutzer statt des ersten Abrufs offenbar die Werbeeinblendung bekommen. Und da diese Werbeeinblendungen mit zunehmender Anzahl besuchter HTML-Seiten immer häufiger kommen, kann ich nachvollziehen, wie viele Seiten der Nutzer bereits besucht hat bzw. ob er parallel zu meiner Seite noch andere Seiten besucht.


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Tue Jan 10, 2012 13:03 
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Joined: Mon Dec 29, 2008 15:58
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Ok - jetzt habe ich verstanden, was Sie meinen. Kann man bestimmt verbessern.


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Tue Jan 10, 2012 15:46 

Joined: Sat Jan 07, 2012 19:37
Posts: 10
cane "Ideen zu einer verbesserten Version der Werbeeinblendung werden wir auch prüfen und Freundlichkeit in der Frage ist eine Grundvorraussetzung für eine freundliche Antwort."

Es besteht nach wie vor ein generelles Verständnisproblem. Es geht nicht darum dass ihre Antwort unfreundlich gewesen wäre, was sie war, was aber zumindest von mir nicht beachtet wurde, sondern darum dass sie unvollständig, tlw. inhaltlich falsch und, unter Berücksichtigung mehrerer ihrer Antworten, auch widersprüchlich war. Sie verkennen schon wieder das Problem.

@Feritko Danke für den Hinweis bzgl. meines weiteren Ansatzes, da hast du natürlich Recht.

Zur Bezahlung: Ich sehe das ganz ähnlich. Mein Ansatzpunkt wäre, aufgrund Erfahrung in anderen Bereichen, keine Online-Spiele gewesen, aber 5% sind schon ein guter Wert. Vieles von dem, was in der Branche kursiert sind theoretische Werte, die von vielen Variablen abhängen und sich nicht so einfach beeinflussen lassen, wie Jondos es sich vorstellt. Dabei gibt es ein paar einfache Stellschrauben, die den Wert positiv beeinflussen könnten, aber es ist mir vergangen zu helfen.

Die Werbeeinblendungen dürften sich kaum auf den Verkauf auswirken. Man geht bei Werbung, die als nicht störend empfunden wird, von einer CTR von 2% aus, die dann eine CR von 10%, also unterm Strich 0,2% bedeutet. Selbst wenn man diesen Idealwert erreichen würde wäre fraglich ob sich daraus eine dauerhafte Beziehung, in Form von Nachfolgekäufen, ergibt. Bei nervender Werbung, das ist hier so weil man die Seite neu laden muss, was zusätzlich Probleme bringt wenn man Tabs nutzt und schneller arbeitet als die Seite lädt, ist das natürlich noch viel weniger. Ich würde ins Blaue schätzen nahe 0.

Feritko "Am Ende kann es sein, dass man zwar der Anonymität geschadet hat, aber trotzdem nicht mehr zahlende Kunden hat - also insgesamt schlechter als vorher da steht."

Darauf läuft es hinaus.

Feritko "sie anonymitätsverträglicher zu gestalten"

Komplett auf dem Client müsste doch machbar sein. Die Zwangsseite einfach nicht vom Mix abrufen und vor der Anfrage an den Webserver filtern wohin es gehen soll.

Das Problem erscheint mir, dass es bei Jondos an betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten fehlt. Es sind überwiegend ehemalige Studenten und Uni-Personal, die einen Dienst betreiben. Dabei verhalten sie sich tlw. so als sei es ein kostenloser Dienst für eine Community mit den daraus reusltierenden Unzulänglichkeiten (wir sind Open Source, helft uns, bis hierher entspricht das ihren Fähigkeiten), verlangen aber auf der anderen Seite Geld für eine Leistung die professionell sein müsste, sowohl in der angebotenen Leistung als auch in der unternehmerischen Leistung, was ihre Fähigkeiten aber übersteigt. Die ketzerisch formulierte Quintessenz könnte sein dass wir warten bis sie sich zugrunde gerichtet haben, was nach cane ja nicht mehr lange dauern kann, und dann das ganze, die Software ist ja Open Source und könnte mit ein paar Änderungen verwendet werden, professionell aufbauen. Du scheinst mir von der Technik Ahnung zu haben, ich habe Ahnung von Betriebswirtschaft und Marketing ;) Gleich werden wir wegen Geschäftsschädigung ausgeschlossen :)

Feritko "sogar durch die Kaskade hindurch bis zu den Websitebetreibern getragen."

Wie du an canes Antwort siehst versteht er es nicht, obwohl du es ausführlich erklärt hast. Deshalb bin ich so direkt und so wütend und deshalb bin ich inzwischen zu der Überzeugung gekommen dass das alles (bedauerlicherweise) nichts bringt.

cane "Würden Sie Werbeeinbelendungen für Dritte im JonDonym System tolerieren?"

Nein.


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Tue Jan 10, 2012 17:43 

Joined: Mon Jan 09, 2012 17:12
Posts: 59
Ich weiß nicht, was hier noch im Hintergrund für Wäsche gewaschen werden muss, will mich daran auch nicht beteiligen, aber ich lasse mich trotzdem zu einer Antwort - wenn auch nicht ganz in chronologischer Reihenfolge - hinreißen:

Aufgedeckt wrote:
Gleich werden wir wegen Geschäftsschädigung ausgeschlossen :)


Ich für meinen Teil befürchte das nicht. Ich sehe durchaus, dass hier Interesse an einem konstruktivem Dialog besteht.

Aufgedeckt wrote:
Wie du an canes Antwort siehst versteht er es nicht, obwohl du es ausführlich erklärt hast.


Das ist unfair, denn inzwischen hat er ja bestätigt, dass jetzt die Idee klar geworden ist. So ein Forum ist nunmal eine relativ indirekte Art der Kommunikation und da kann es durchaus sein, dass man mal gewisse Zeit aneinander vorbei redet, weil jeder auf einer anderen Denkschiene ist. Ganz trivial sind diese Themen nicht, wie im Verlauf der Diskussion hier deutlich geworden sein sollte, da ist es nicht unüblich, dass man mehrmals ausholen muss.

Aufgedeckt wrote:
Komplett auf dem Client müsste doch machbar sein. Die Zwangsseite einfach nicht vom Mix abrufen und vor der Anfrage an den Webserver filtern wohin es gehen soll.


Ganz so einfach ist es leider nicht. Wenn man schon bei der Anfrage ggf. direkt die Werbeseite als Antwort liefert, kann das großen Unfug ergeben, weil man die Art der eigentlichen Antwort nicht kennt. Beispiel: Der Browser will eigentlich nur ein Bild in einer HTML-Seite abrufen, um es einbetten zu können - der JonDo-Client meint, dass Zeit für Werbung dran ist, kann an Hand der Anfrage aber nicht wirklich wissen, dass es ein Bild ist (es muss ja nicht unbedingt die Endung .jpg o. ä. haben). Ergebnis: Er liefert die Werbeseite und die Darstellung wird ein Riesenmurks. So ganz schnell aus der Hüfte fällt mir auch keine passende Lösung ein. Wie wir an der gesamten Diskussion gesehen haben, kann es Auswirkungen geben, die man so vielleicht gar nicht erwartet hat, deshalb sollte man durchaus etwas Zeit investieren.

Aufgedeckt wrote:
Die ketzerisch formulierte Quintessenz könnte sein dass wir warten bis sie sich zugrunde gerichtet haben, was nach cane ja nicht mehr lange dauern kann, und dann das ganze, die Software ist ja Open Source und könnte mit ein paar Änderungen verwendet werden, professionell aufbauen.


Wenn man der Meinung ist, dass man es besser kann, müsste man doch nicht warten, bis JonDos "zu Grunde gerichtet" ist. Die Software ist jetzt schon Open Source, man könnte sofort anfangen und ein Parallelmodell aufziehen. Viel Erfolg!

Aber jetzt kommt meine ganz persönliche und private Einschätzung zu der Sache, die keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt und bestimmt Widerspruch erhält:

Wenn man sich nicht in eine rechtliche Grauzone begeben will, wird man vermutlich keinen Erfolg haben. Geld kann man nämlich nur dort verdienen, wo den Leuten ihre Anonymität auch Geld bringt bzw. sie vor realen großen Schäden schützt. Nur dort besteht ausreichendes Zahlungsinteresse. Man müsste Kunden also zumindest indirekt signalisieren, dass hier anonym Urheberrechtsverletzungen, Kreditkartenbetrug, Kinderpornographie, Angriffe auf Computersysteme usw. sicher möglich sind. Die Mixe und deren Betreiber (bzw. Strohmänner) müssten natürlich auch in passenden Ländern stehen, so dass man sich auch Strafverfolgungsmaßnahmen auf den Kaskaden komplett entziehen kann (nichts ist schlimmer fürs Image in diesem Bereich). Dann kann man vermutlich Geld verdienen, so wie es auch einige VPN-Hoster vormachen oder wie sich auch an den Filehostern zeigt. Aus Deutschland heraus geht das aber natürlich nicht, hier hat man ja als "guter" Anonymitätsanbieter offenbar schon mit genug Problemen und Verdächtigungen zu kämpfen.

Wenn man sich dagegen wirklich an alle Regeln hält, wird man außer von ein paar Idealisten und Spezialbenutzern kaum Geld erhalten und das reicht ganz offenbar kaum zum Überleben. Solange es kostenlos ist, werden es viele Benutzer nehmen für Seiten, die ihnen persönlich "delikat" erscheinen, weil sie außer verlängerten Ladezeiten keine Kosten haben. Aber dafür wirklich bezahlen? Da wird die breite Antwort immer ein Nein bleiben, insbesondere weil man ja noch mit dem Finger auf das kostenlose Tor zeigen kann.

Persönlich sehe ich auch keinen Weg, wie man etwas an diesen Begebenheiten ändern soll. Eventuell muss man einfach sagen, dass bezahlte Anonymität - zumindest im vollständig legalen Umfeld - nicht funktioniert. Außer über Spenden, die aber nie kostendeckend sein werden, wird da nicht viel gehen. Tor hat zwar aus dieser Falle einen eleganten Ausweg gefunden, indem sie auf Zensurresistenz gegangen sind, was offenbar in den USA passende Geldkanäle erschließt, aber für Deutschland wäre das utopisch. Der deutschen Regierung und nahestehenden Organisationen wäre das nichts wert. Hinzu kommt, dass bei Tor ja weitgehend nur die Entwicklung bezahlt werden muss, weil die Bandbreite / Server durch freiwillige Nodebetreiber gestellt werden (bis auf die Website und Co, aber das ist eine beherrschbare Größenordnung).

Man kann das nun positiv oder negativ sehen: Man kann sagen, dass den Leuten in der Mehrheit ihre Anonymität offenbar nichts wert ist, man könnte aber auch sagen, dass viele es vielleicht auch als kostenloses Grundrecht begreifen, welches einfach auch nichts kosten darf und nur auf freiwilliger Basis in Form von Spenden funktioniert.


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Wed Jan 11, 2012 10:05 
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Joined: Mon Dec 29, 2008 15:58
Posts: 1844
Der folgende Beitrag ist NICHT von mir, sondern von "Aufgedeckt". Ich habe den Beitrag nur wieder hergestellt.

Quote:
Feritko "Ich für meinen Teil befürchte das nicht. Ich sehe durchaus, dass hier Interesse an einem konstruktivem Dialog besteht."

Das war ein Scherz. Die Sache mit der Konstruktivität ist gegeben, wenn Georg Koppen diskutiert, bei cane, wie man sieht, leider nicht oder nur wenn man ganz geduldig mehrmals das selbe erklärt. Dabei müsste er, verantwortlich für die Software, doch eher als alle anderen wissen worum es geht und solche Probleme schon vor der Implementierung bemerken.

Feritko "und die Darstellung wird ein Riesenmurks."

Das ist jetzt schon so. Mir wurde die Zwangsseite ausschnittweise anstelle eines Banners angezeigt. Super auch beim Besuch der Indiatimes, die arbeitet nämlich mit Frames. Wenn jmd nicht weiß was das ist und plötzlich irgendwo ausschnittsweise eine Jondosseite sieht kann das auch jetzt schon zu falschen Schlußfolgerungen und Beunruhigung bei Nutzern führen.

Feritko "Viel Erfolg!"

Auch das war ein Scherz mit der Fußnote dass es sehr unprofessionell ist in einem Forum den mehr oder weniger bevorstehenden Ruin anzukündigen. Bösartige Paragraphenreiter würden, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, daraus eine Insolvenzverschleppung konstruieren können. Das meinte ich wenn ich sagte dass es bedauerlicherweise an einem durchdachten Konzept, also den Fähigkeiten, fehlt.

Feritko "Wenn man sich nicht in eine rechtliche Grauzone begeben will, wird man vermutlich keinen Erfolg haben."

Der Satz sind genau meine Worte. Doch dazu ist Jondos nicht bereit. Sie wollen auf der Gesetzeslinie bleiben und gleichzeitig für Anonymität sorgen und verstehen nicht dass sich das, schon wieder bedauerlicherweise, widerspricht.

Feritko "Strafverfolgungsmaßnahmen auf den Kaskaden komplett entziehen kann (nichts ist schlimmer fürs Image in diesem Bereich)"

Nochmal meine Worte, auch das verstehen sie nicht. Jemand hat das eine Strafverfolgungshintertür genannt, es gibt auch eine für Vorratsdatenspeicherung. Das widerspricht dem Anspruch, den sie verkaufen. Ob es konkrete Auswirkungen hat oder nicht, das Image ist beschädigt, der Eindruck ist schlecht.

Feritko "Aus Deutschland heraus geht das aber natürlich nicht"

Auch da bist du nicht der erste, der das sagt. Das Konzept ist Jondos bekannt. Die beiden britischen Betreiber sind ja tatsächlich deutsche, mit englischer Briefkastenfirma. Das erschließt noch ein anderes Risiko, nämlich den Zugriff Deutschlands auf die Mixbetreiber auf subtilerem Weg.

Feritko "und das reicht ganz offenbar kaum zum Überleben"

Mich würde mal die Umsatzrendite interessieren. Das würde zeigen ob das tatsächlich das einzige Problem ist, oder ob es auch woanders liegt. allein die Kosten einer GmbH in Deutschland un für die damit zusammenhängenden Kosten sind viel zu hoch.

Feritko "Aber dafür wirklich bezahlen? Da wird die breite Antwort immer ein Nein bleiben, insbesondere weil man ja noch mit dem Finger auf das kostenlose Tor zeigen kann."

Das ist die Sache mit der Betriebswirtschaft und dem Marketing. Man muss sich absetzen, für die Masse greifbare Vorteile bieten. Beides gelingt Jondos nicht.

Feritko "zumindest im vollständig legalen Umfeld - nicht funktioniert."

Allein das ist schon so dehnbar, dass man einen Teil davon sinnvoll nutzen könnte. Man könnte zum Beispiel, das ist zwar nicht gerade eine meiner besten Ideen, damit werben dass man zwar bei Kinderpornographie und Mord aktiv wird, ansonsten aber jede Zusammenarbeit mit Behörden ablehnt. Weil wenn man sich mal durchliest in welchen Fällen sich Jondos eine Kompromittierung der Anonymität vorbehält, es wäre einfacher das Gegenteil aufzulisten. Es ist deutsches Gesetz, wie du sagtest, von Deutschland aus geht es nicht. Behält sich Jondos vor die Leistung nicht zu erbringen oder Deutschland in sehr vielen Anschuldigungen Zugang zu gewähren und die Anonymität zu kompromittieren, hat es für die, die dafür zahlen würden, weil sie Bedarf an Anonymität haben der über Privatsphäre hinausgeht, keinen Nutzen.

Feritko "Außer über Spenden"

Spenden bei kostenlos verfügbaren Communityprojekten, ja. Aber nicht wenn Geld verlangt wird. Das derzeitige Konzept ähnelt stark dem ehemaligen von Opera. Die sind auch damit gescheitert, weil es vergleichbare Leistungen kostenlos gab und es ihnen nicht gelungen ist sich mit für die Masse besserer Leistung abzusetzen.

Feritko "indem sie auf Zensurresistenz gegangen sind"

Das halte ich für ein Placebo. Wenn die Zensur dafür sorgt dass Ergebnisse aus Suchmaschinen verschwinden oder Seiten gelöscht werden bringt das nichts.

Feritko "welches einfach auch nichts kosten darf"

Es ist sicher ein Stück weit ein generelles Problem, weil die Leute etwas kostenlos wollen und es aus dem Internet so gewohnt sind. Dem ist sicherlich nicht einfach zu begegnen. Aber Jondos macht auch viele Fehler, die ihnen selbst schaden. Vielleicht wäre es ein interessantes Experiment, diese Fehler mal soweit auszumerzen, dass nur noch die Kostenloskultur als Argument übrig bleibt und dann zu sehen ob man eine angemessene Rendite einfährt oder Anonymität gegen Geld auf diesem Niveau und in diesem Maßstab für diese Zielgruppe generell nicht funktioniert. Dann würde sich die Frage des Niveaus und der Zielgruppendefinition stellen.


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Wed Jan 11, 2012 11:26 

Joined: Mon Jan 09, 2012 17:12
Posts: 59
Hier geht es ja drunter und drüber. :D Erst ging das Forum gar nicht, dann war obiger Beitrag gelöscht und es gab ein Statement zu den Hintergründen dazu, nun ist das Statement wieder weg, dafür der Beitrag wieder da... Also so viel Aufregung können die im technischen Teil (den Rest kann ich nicht so beurteilen) nicht gerade von Sachkenntnis getrübten Äußerungen doch gar nicht wert sein.

Aufgedeckt wrote:
bei cane, wie man sieht, leider nicht oder nur wenn man ganz geduldig mehrmals das selbe erklärt. Dabei müsste er, verantwortlich für die Software, doch eher als alle anderen wissen worum es geht und solche Probleme schon vor der Implementierung bemerken.


Das ist kein Implementierungsfehler. Implementiert ist das, so weit ich sehen konnte, in diesem Rahmen völlig in Ordnung. Es ist eher ein konzeptuelles Problem. Warum also irgendwelche Vorwürfe konstruieren?

Aufgedeckt wrote:
Das ist jetzt schon so. Mir wurde die Zwangsseite ausschnittweise anstelle eines Banners angezeigt. Super auch beim Besuch der Indiatimes, die arbeitet nämlich mit Frames.


Dass das passieren kann, ist bei der gewählten Vorgehensweise klar. Aber das ist ja kein Grund, es noch schlimmer zu machen, indem man die Art der Fehldarstellungen und eventuell fehlerhaften Downloads noch weiter erhöht. Funktional sollte eine sinnvolle Lösung schon auch noch in gewissem Grade sein.

Aufgedeckt wrote:
Bösartige Paragraphenreiter würden, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, daraus eine Insolvenzverschleppung konstruieren können.


Eine Insolvenzverschleppung würde ja erstmal erfordern, dass fremde Verbindlichkeiten existieren. Da du an anderer Stelle sagst, dass dich mal die Umsatzrendite von JonDos interessieren würde, bezweifle ich also, dass dir dazu genaue Zahlen vorliegen. Deshalb sollte man mit solchen Sachen vorsichtig sein. Die Deutsche Bank hat gerade erst vorgeführt, dass solch öffentliche Äußerungen sehr viel Ärger nach sich ziehen können (auch wenn es für sie nochmal glimpflich ausgegangen zu sein scheint).

Aufgedeckt wrote:
Man könnte zum Beispiel, das ist zwar nicht gerade eine meiner besten Ideen, damit werben dass man zwar bei Kinderpornographie und Mord aktiv wird, ansonsten aber jede Zusammenarbeit mit Behörden ablehnt.


Bei der Naivität kann man fast nur den Kopf schütteln. Wenn es eine gesetzliche Grundlage gibt, dann hast du keine Auswahlmöglichkeit. Wenn man die Mixe dagegen aus Staaten ohne vernünftiges Rechtssystem heraus betreibt, damit man sich derartigen Überwachungen entzieht, dann wäre es doch naiv auf obiger Basis freiwillig zu kooperieren. Die vorgebliche Mordrate würde geradezu durch die Decke schießen, wenn die Behörden erstmal wissen, dass man damit auf freiwilliger Basis dein Herz erweichen kann. Vor allem: Die Benutzer fragen nicht warum und weshalb man überwacht, beim Nutzer bleibt nur hängen: Dienst unsicher, es wird überwacht.

Quote:
Das halte ich für ein Placebo. Wenn die Zensur dafür sorgt dass Ergebnisse aus Suchmaschinen verschwinden oder Seiten gelöscht werden bringt das nichts.


Zensurresistenz meint im Zusammenhang mit Anonymisierungsdiensten etwas völlig Anderes. Es geht darum, dass Benutzer in Ländern, die den Zugang zu vielen Informationen im Internet einschränken, über den Anonymisierungsdienst plötzlich doch auf diese Informationen zugreifen können, weil die Proxies solcher Dienste ja in der Regel in "freien" Ländern stehen. Hinzu kommt, dass die Verbindung zwischen Benutzer und Anonymisierungsdienst verschlüsselt ist, so dass die entsprechende Regierung dort auch nicht mitlesen und ggf. filtern kann.

Das gefällt natürlich den zensierenden Regierungen nicht, deshalb sperren sie normalerweise, neben dem Zugang zu offenen Proxies, auch den Zugang zu Anonymisierungdiensten (bei JonDos z. B. am einfachsten, indem man die ersten Mixe der Kaskaden auf eine Blacklist setzt, so dass dorthin keine Verbindungen mehr möglich sind - bei Tor sperrt man alle Nodes entsprechend dem öffentlich verfügbaren Verzeichnis).

Dem kann man als Anonymisierungsdienst begegnen, indem man die eigenen Nutzer in "freien" Ländern aufruft, ihre Verbindung zur Weiterleitung zur Verfügung zu stellen - bei JonDos ist das die Forwarder-Lösung, bei Tor die Bridges. Die Regierung müsste nun auch all diese Rechner der Nutzer auf ihre Blacklist setzen, wobei sich z. B. die IP-Adressen auf Grund der normalerweise dynamischen Vergabe häufig ändern. Das Katz- und Mausspiel, was dabei entsteht, beschreibt die deutsche Wikipedia im Falle von Tor denke ich recht gut:

http://de.wikipedia.org/wiki/Tor_%28Netzwerk%29#Zensurresistenz.2FTor-Bridges

Tor hat sich auf dieses Katz- und Mausspiel eingelassen und zeigt dort sehr viel Engagement. Ich vermute deshalb, dass vor allem die Großspenden für Tor (mit teils mehr als 1 Mio $) von in dieser Richtung interessierten Kreisen kommen, wobei die Tor-Leute das glaube ich auch öffentlich so sagen. Sie machen keinen Hehl daraus, dass die Spender die Richtung der Entwicklung bestimmen.

Aufgedeckt wrote:
Aber Jondos macht auch viele Fehler, die ihnen selbst schaden. Vielleicht wäre es ein interessantes Experiment, diese Fehler mal soweit auszumerzen, dass nur noch die Kostenloskultur als Argument übrig bleibt und dann zu sehen ob man eine angemessene Rendite einfährt


Das ist ja mal wieder herrlich unkonkret und nebulös. Andererseits: Wenn es bisher konkret wurde, dann war es im technischen Bereich meist komplett falsch oder undurchdacht oder in anderen Bereichen hinterher als vermeintlicher Scherz wieder zurückgezogen. Da ist arg wenig Substanz in den Äußerungen. Mit puren Andeutungen und Blödsinn wird man sicher keine Verbesserungen an JonDos erreichen oder einen eigenen Anonymisierungsdienst auf die Beine stellen.


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Wed Jan 11, 2012 11:50 
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Joined: Mon Dec 29, 2008 15:58
Posts: 1844
Quote:
Erst ging das Forum gar nicht
Kleines technisches Problem gestern abend bis heute früh. Es funktioniert jetzt alles wieder.

Quote:
Also so viel Aufregung können die ....... Äußerungen doch gar nicht wert sein.
Stimmt. Zu dem Schluss sind wir auch gekommen.

Quote:
Großspenden für Tor (mit teils mehr als 1 Mio $)
Diese Spenden kommen von US-Behörden und zu einem kleineren Teil von der schwedischen Regierung. Daraus macht TorProject.org kein Geheimnis. Steht in den Financial Reports von TorProject.org.

Quote:
Tor hat sich auf dieses Katz- und Mausspiel eingelassen und zeigt dort sehr viel Engagement.
Wir haben ein ähnliches Katz- und Mausspiel mit Kuba, China und aktuell im Iran. Allerdings können wir nicht so schnell reagieren wie Tor. Einerseits haben wir etwas andere Prioritäten (die Probleme der Geheimdienste sind uns egal), andererseits wesentlich geringere Entwicklerkapazitäten.

Ein neues Problem der letzten Tage sind blockierte JonDonym Downloads. Wer uns ein bischen unterstützen möchte und die Hoheit über einen Server hat, könnte darüber nachdenken, ob er einen Mirror für unsere Software Downloads bereit stellen möchte. Anleitung zum spiegeln unserer Donwloads wird in Kürze online sein - Danke!

Ein ähnliches Konzept wie die Tor Bridges bieten unsere Anti-Zensur Forwarder, von denen es noch viel zu wenig gibt. ;-)


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Wed Jan 11, 2012 12:06 
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Joined: Thu May 24, 2007 14:52
Posts: 1195
Es freut uns sehr, dass auch Dritte unseren Code prüfen! Danke! Die Beschreibung des Ablaufs ist korrekt.
Feritko wrote:
Was kann ich also daraus schlussfolgern? Wenn ich als Websitebetreiber von einer JonDo-Kaskade innerhalb kurzer Zeit zwei Abrufe der gleichen HTML-Seite bekomme (insbesondere wenn dem ersten Abruf kein Abruf der eingebetteten Elemente folgt), dann hat der entsprechende JonDo-Benutzer statt des ersten Abrufs offenbar die Werbeeinblendung bekommen.

Das ist korrekt.
Feritko wrote:
Und da diese Werbeeinblendungen mit zunehmender Anzahl besuchter HTML-Seiten immer häufiger kommen, kann ich nachvollziehen, wie viele Seiten der Nutzer bereits besucht hat bzw. ob er parallel zu meiner Seite noch andere Seiten besucht.

Zusätzlich gibt es noch einen Zufallsfaktor, d.h. mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfolgt zufällig eine Einblendung. Richtig ist jedoch, dass der Webseitenbetreiber in Extremfall diese Information durch Loganalysen bekommen kann.

Nun ist natürlich bei JonDonym grundsätzlich jede Übermittlung von Informationen zu vermeiden, auch wenn sie erstmal harmlos erscheint. Bei der Entwicklung der Funktion hatten wir jedoch die Idee zugrunde gelegt, dass die kostenfreien Dienste ab jetzt nur noch zum Testen gedacht sein sollten. Für eine ernsthafte Nutzung sollte man die Premiumdienste wählen. Da die Funktion für die Umsetzung dieser Idee wichtig war, musste hier zugunsten des Nutzens abgewägt werden. Die Frage ist nun, ob man diese Tatsache geeignet beschreiben muss und kann?


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 Post subject: Re: Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen.
PostPosted: Wed Jan 11, 2012 16:14 

Joined: Mon Dec 06, 2010 15:59
Posts: 37
Aufgedeckt wrote:
Feritko "Strafverfolgungsmaßnahmen auf den Kaskaden komplett entziehen kann (nichts ist schlimmer fürs Image in diesem Bereich)"

Nochmal meine Worte, auch das verstehen sie nicht. Jemand hat das eine Strafverfolgungshintertür genannt, es gibt auch eine für Vorratsdatenspeicherung. Das widerspricht dem Anspruch, den sie verkaufen. Ob es konkrete Auswirkungen hat oder nicht, das Image ist beschädigt, der Eindruck ist schlecht.


Genau und da dem Aufdeckenden so viel an der Reputation gelegen ist, wählt er - wider besserem Wissen und/oder schlicht(herlsch)er Schädigungsabsicht - auch Titel wie "Jondos speichert Verbindungssessions oder IP-Adressen". Alles klar.


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