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The Bush Speech - "Verschwörungstheorien"

Posted: Sat Oct 21, 2017 22:55
by microsoft
George W. Bush war lange still, mit öffentlichen Äußerungen hielt er sich sehr zurück. Das hat sich mit einem Schlag geändert. Ungewöhnlich scharf kritisierte der ehemalige US-Präsident (2001-2009) gegenwärtige Missstände in den Vereinigten Staaten. Er wandte sich gegen Isolationismus, Nationalismus und Lügen. Präsident Donald Trump nannte er zwar nicht beim Namen, dennoch war der Amtsinhaber klarer Adressat seiner Rede.

Vater und Sohn Bush standen dem Kandidaten Trump ebenso reserviert gegenüber wie dem heutigen Präsidenten. Dass sich Ex-Präsidenten aber überhaupt zur Tagespolitik ihres Landes äußern, ist selten. Umso bemerkenswerter ist Bushs Rede, die er in seinem Institut hielt. „Blinder Eifer scheint auf dem Vormarsch. Unsere Politik ist anfälliger denn je für Verschwörungstheorien und regelrechte Lügenmärchen“, sagte Bush.

„Anders als für andere Nationen wird unsere Identität nicht von Geografie, ethnischer Zugehörigkeit, Blut oder Boden determiniert“, so Bush mit Blick auf den amtierenden Präsidenten, der eine Abschottung der USA vorantreibt. „Das bedeutet, dass Menschen jeder Ethnie, Religion oder Zugehörigkeit gleichberechtigte Amerikaner werden können.“ Bush fügte hinzu: „Das bedeutet, dass blinder Eifer und weißer Nationalismus in jeder Form eine Schmähung für das Credo Amerikas sind.“

„Der eigenen Identität erinnern“

Der 71-Jährige rief die USA dazu auf, weltweit die Demokratie zu unterstützen und der Versuchung zu widerstehen, sich zurückzuziehen. Isolationistische Empfindungen ließen außer Acht, dass die Sicherheit Amerikas unmittelbar vom Chaos und der Verzweiflung entfernter Orte bedroht werde. „Wir müssen uns unserer eigenen Identität erinnern und sie wiedererlangen.“

Während viele Kommentatoren in den USA Bush für seine offenen Worte lobten, wurde auch scharfe Kritik laut: Bei Bushs Kriegen gegen Afghanistan und den Irak sei es mit vermeintlich hohen Werten der USA ebenso wenig weit her gewesen wie bei der immensen Stärkung der Geheimdienste in seiner Amtszeit, hieß es in sozialen Netzwerken.

Bush sagte, man habe zuletzt gesehen, wie Nationalismus sich in Nativismus verdreht habe. Darunter versteht man den politischen Kampf der in einem Land Geborenen gegen Zuwanderer. „Wir vergessen die Dynamik, die Immigration immer nach Amerika gebracht hat“, sagte Bush. „Wir sehen schwindendes Vertrauen in den Wert freier Märkte und internationalen Handels – dabei wird vergessen, dass Konflikte, Instabilität und Armut dem Protektionismus auf dem Fuß folgen.“

Bush mahnte einen größeren Zusammenhalt der zunehmend fragmentierten Gesellschaft in den USA an. Eindringlich sprach er sich dafür aus, für Bürgerrechte einzustehen.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/polit ... 24065.html



"Verschwörungstheorien"

Auch der aktuelle US-Präsident gesellte sich zu den von der CIA sogenannten Verschwörungstheoretikern, und beschuldigte im Wahlkampf mal locker den exilkubanischen Vater seines republikanischen Parteirivalen Ted Cruz, in das Attentat verwickelt zu sein. Trumps Freund und Berater Roger Stone sieht den demokratischen Vizepräsident Lyndon B. Johnson hinter dem Mord, der damals als Lame Duck galt.

Zu den Überlebenden zählt auch der Mann, der den JFK-Act unterschrieb: der heute 93-jährige Ex-Präsident George H. W. Bush. Der Sohn des zwielichtigen Unternehmers, Politikers und Geheimdienst-Aufsehers Prescott Bush gehört zu den sehr wenigen Amerikanern, die sich nicht erinnern können, wo sie am Tag des Kennedy-Attantats gewesen waren. Bush wird verdächtigt, als damaliger Unternehmer die CIA-Invasion in der Schweinebucht und Operation 40 unterstützt zu haben. Demnach gehörte Bush zu jenen Kreisen, die Richard Nixon als "die ganze Schweinebucht-Sache" bezeichnete.

Prescott Bush war eng mit dem von Kennedy abgesetzten CIA-Chef Allen Dulles befreundet, dessen Anwaltskanzlei ihn auch vertrat. George Bush selbst fungierte zwischen 1976 und 1977 als CIA-Chef und profitierte nach Ende seiner Präsidentschaft von seiner Außenpolitik als Berater des Rüstungskonzerns Carlyle Group. Die Bushs verkörpern damit wie wenige den Militärisch-Industriellen Komplex, vor dem Präsident Eisenhower gewarnt hatte. Autoren wie Oliver Stone und David Talbot vermuten diese Kreise als die Kräfte hinter dem Anschlag.
https://www.heise.de/tp/news/Haelt-Trum ... 67036.html