Die Rolle Saudis nicht erwähnt

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microsoft
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Die Rolle Saudis nicht erwähnt

Post by microsoft » Mon Aug 08, 2016 12:58

Can Dündar

Am 9. August reist der türkische Staatspräsident nach Russland, um Putin zu treffen. Das ist durchaus als historisches Treffen zu bezeichnen. Die Beziehungen zwischen Ankara und Moskau lagen auf Eis, seit türkische Piloten im vergangenen November an der syrischen Grenze einen russischen Jet abgeschossen hatten. Russland reagierte harsch, Ankara verweigerte eine Entschuldigung, als beide sich unnachgiebig zeigten, war die Schwelle zum Krieg greifbar nah, die diplomatischen Beziehungen wurden ausgesetzt.

Die Türkei mit ihren ohnehin schwierigen Beziehungen zum Westen hatte sich damit auch den nördlichen Nachbarn zum Gegner gemacht. Am 27. Juni entschuldigte sich Erdoğan überraschend schriftlich bei Putin. Die Beziehungen verbesserten sich prompt. Nach dem Putschversuch war dann auch Putin der Erste aus dem Ausland, der Erdoğan Solidarität bekundete. Unterdessen meldeten regierungsnahe Medien, die für den Abschuss des Jets verantwortlichen Piloten gehörten zu den Putschisten und seien festgenommen worden.

Werfen wir einen kurzen Blick ins türkische Geschichtsbuch, ein Leckerbissen für Verschwörungstheoretiker, bevor wir uns möglichen strategischen Konsequenzen widmen: 1960 kam es zur ersten Militärintervention unter Premierminister Menderes. Die Beziehungen zum Westen steckten in einer Sackgasse, neue Kredite wurden verweigert. Menderes wandte sich gen Norden und setzte auf der Suche nach neuen Krediten für den Monat Juni eine Moskau-Reise an. Kurz davor, am 27. Mai, wurde er gestürzt.

Der zweite Coup richtete sich 1971 gegen Premier Demirel. Mitte der sechziger Jahre hatten die USA eine türkische Militärintervention auf Zypern verhindert, antiamerikanische Stimmung kochte hoch, Demirel reiste 1967 nach Moskau und unterzeichnete Abkommen über Großinvestitionen. 1971 wurde er gestürzt.

Manche glauben, Washington verzeihe nicht, wenn man auf Moskau als Alternative setze. Für sie stecken die USA hinter dem Putschversuch, der genau 18 Tage stattfand nachdem Erdoğan Russland den Friedenszweig gereicht hatte. Ihre Frage lautet: "Sind die Putschisten 'Amerikas Jungs'?" Dieser Ausdruck stammt von 1980. Der Diplomat, der den CIA-Türkeichef Paul Henze vom Putsch unterrichtete, sagte damals: "Your boys have done it." Dieser Satz ist in der Türkei unvergessen.

Zum Ärger der Regierung twitterte der US-Infodienst Stratfor, gern als Schatten-CIA bezeichnet, in den kritischen Stunden Positionsmeldungen von Erdoğans Flugroute. "Hinter dem Coup stecken die USA", konstatierte Arbeitsminister Soylu. US-Außenminister Kerry antwortete: "Äußerungen dieser Art beschädigen das türkisch-amerikanische Verhältnis." Dabei ist das Verhältnis beschädigt genug.

Fethullah Gülen, den die Türkei bezichtigt, hinter dem Putsch zu stecken, lebt seit 17 Jahren in US-Obhut in Pennsylvania. Als er 1999 die Greencard beantragte, gehörten Morton Abramowitz, US-Botschafter in Ankara, und CIA-Mann Graham Fuller zu seinen Bürgen. Fuller schrieb nach dem Putschversuch in der Huffington Post: "Ich glaube nicht, dass Gülen dahintersteckt." Die Gülen-Bewegung trete für Demokratie ein und präsentiere einen "Muster-Islam".
Obama hatte keine Zeit für Erdoğan

Joseph Votel, Oberbefehlshaber in den US-Streifkräften, erklärte, türkische Offiziere, mit denen man gemeinsam gegen den IS kämpfe, seien inhaftiert worden. Er befürchte "Auswirkungen auf unsere Beziehungen und unsere Strategie in Nahost". Die Worte erinnerten an den Diskurs von "unseren Jungs" und lieferten der türkischen Regierung, die ohnehin US-Finger hinter dem Coup vermutet, eine Steilvorlage. Erdoğan reagierte wie gewohnt: "Ihr entlarvt euch mit dieser Äußerung. Ihr steht an der Seite der Putschisten. Der Putschist sitzt bei euch im Land."

Es ist kein Geheimnis, dass die USA religiöse Kreise in der Türkei im Allgemeinen und Gülen im Besonderen als "gemäßigte" Alternative zu dem aufsteigenden radikalen Islam sehen. Gülen wie Erdoğan haben jahrelang von generöser US-Unterstützung profitiert.

Aufgrund des Angriffs auf ein Schiff kam es 2010 zum Konflikt. Israelisches Militär enterte die Mavi Marmara, die versuchte, die Gaza-Blockade zu durchbrechen, um humanitäre Hilfe nach Palästina zu bringen. Neun Menschen starben. Daraufhin brach Erdoğan die Beziehungen zu Israel ab. Gülen aber hielt dagegen, Hilfelieferungen seien doch kein Feldzug, wozu gebe es Diplomatie, man hätte mit Israel reden müssen. Das war ein wichtiges Zeichen. Damit präsentierte Gülen dem auf türkisch-israelische Annäherung drängenden Washington sich selbst als eigentlichen Partner.

In der Folge, als Erdoğans Wünsche, Obama zu treffen, auf Ablehnung stießen, war Gülen zu einer ernst zu nehmenden globalen Macht in Washington geworden. Da spielte Erdoğan die Moskau-Karte aus. Während sich das Verhältnis zu Moskau nun also erwärmt, wächst die Kluft zu Washington. Ankara fordert Gülens Auslieferung, was allerdings kaum geschehen dürfte. Erdoğan wird die USA vermutlich als das Land brandmarken, das "den Putschisten Gülen protegiert".

Geht die US-Perspektive verloren, könnte sich die Achse der türkischen Politik, die sich seit 150 Jahren nach Westen orientiert, verschieben. Ex-Diplomat und Berater Çeviköz, der diese These aufstellte, warnte vor zwei denkbaren negativen Möglichkeiten, eine schlimmer als die andere: "Erstens die Ausbildung einer eurasischen Perspektive durch Annäherung an Russland, zweitens Suche nach Verbündeten in der islamischen Welt." Das würde für die Politik nicht allein in der Türkei, sondern in der Region und weltweit eine ganz neue Ära mit völlig veränderten Gleichgewichten bedeuten.

http://www.zeit.de/2016/33/tuerkische-a ... ettansicht

microsoft
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Re: Die Rolle Saudis nicht erwähnt

Post by microsoft » Mon Aug 29, 2016 11:24

The channel rats have got hot fingers.

https://blog.fefe.de/?ts=a93ac7bc

microsoft
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Re: Die Rolle Saudis nicht erwähnt

Post by microsoft » Tue Aug 30, 2016 19:51

microsoft wrote:The channel rats have got hot fingers.

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mjwer
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Re: Die Rolle Saudis nicht erwähnt

Post by mjwer » Wed Aug 31, 2016 15:54

"Hinter dem Coup stecken die USA"
Noch als kleine Ergänzung zum Putsch:

- Der russische Auslandsgeheimdienst hatte den türkischen Geheimdienst auf Grundlage von SIGINT Informationen über den bevorstehenden Putsch informiert. Wenige Stunden vor Begin des Putsches hat der russische Geheimdienst die Information "Es geht los" durchgegeben und die Abhörprotokolle mit den Plänen zur Gefangennahme von Erdogan mitgeschickt

- Die NATO hat den NATO-Partner Türkei NICHT über den bevorstehenden Putsch informiert (lt. Aussage der türkischen Regierung). Hat die NSA versagt und war dort nichts über den Putsch bekannt? Oder war es Absicht?

- Die Luftwaffenbasis, auf der die deutschen Piloten stationiert sind und die US-Atomwaffen lagerten, wurde von der Türkei als eine Keimzelle des Putsches bezeichnet und zeitweise "abgeklemmt".


Interessante Situation: Der russische Geheimdienst ist der Meinung, dass es im Interesse Russlands liegt, die Türkei vor einem Putschversuch zu warnen und die NATO tut nichts dergleichen. Ich glaube, ich muss mein Weltbild etwas nachjustieren.

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Ochnö
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Re: Die Rolle Saudis nicht erwähnt

Post by Ochnö » Wed Aug 31, 2016 20:22

- Der russische Auslandsgeheimdienst hatte den türkischen Geheimdienst auf Grundlage von SIGINT Informationen über den bevorstehenden Putsch informiert. Wenige Stunden vor Begin des Putsches hat der russische Geheimdienst die Information "Es geht los" durchgegeben und die Abhörprotokolle mit den Plänen zur Gefangennahme von Erdogan mitgeschickt
Sagt wer?
2-3 Vertrauenswuerdige Quellen,die nicht voneinander abschreiben?
Interessante Situation: Der russische Geheimdienst ist der Meinung, dass es im Interesse Russlands liegt, die Türkei vor einem Putschversuch zu warnen und die NATO tut nichts dergleichen. Ich glaube, ich muss mein Weltbild etwas nachjustieren.
Lustig :lol:

Die Tuerkei ist fuer BEIDE Seiten von Interesse,nennt sich Machtpolitik.


Genauer hingesehen ergibt sich fuer mich eine _interne_false flag op.
Erdowan hat nun "seinen Reichstagsbrand & Roehm Putsch"in einem...

Kein General und kein Major der Welt ist so dumm einen Putsch in dieser Art und Weise zu starten - sofern er nicht glauben _muss_das sich alle anderen(zumindest die Mehrheit)seinem Putsch anschliessen.
Naheliegend,"unzufriedene"wurden Identifiziert und durch Agent Provocateure angesprochen und glauben gemacht,das der Putsch ein Erfolg sein werde.
Vorbereitete Verhaftungslisten deuten darauf hin,ebenso wie die "wundersame Erettung"Erdowahns vor den Bomben auf sein Hotel...ach nee,ich vergass ja"der liebe friedfertige Putin hat ihn gerettet.."

Eine einzige Lachnummer das Ganze,wenn es letztlich nicht so gruselig waere = Natopartner ein Islamist und Diktator...
Kommt davon"ist ein boeser Bube,aber unser Boeser Bube".
Jeder wusste was er vorhat,jeder wusste er ist ein Islamist und Verehrer des Groefaz.

Momentan agiert er nach dem Motto:"Ist der Ruf erst ruiniert,lebt es sich gaenzlich ungeniert" = keine Aussicht mehr in die EU zu kommen und den Laden dann aufzurollen,also kann er nun ungeniert wieder Kurden schlachten gehen und mit ISIS kooperieren.Letzteres bring Ihnm ja auch ordentlich Kohle ein-solange die USA nicht seine Schmuggelrouten bombardieren..

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