Emigranten und Minderheiten

Wie man im täglichen Leben anonym bleibt. Diskussion und Erfahrungsaustausch.
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xg27
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Emigranten und Minderheiten

Post by xg27 » Mon Jan 18, 2016 20:05

Wenn in einem Land eine Gruppe von Fremden, zB Emigranten, von der einheimischen Bevoelkerung abgelehnt wird, das heisst krass und grundsaetzlich unterschieden wird zwischen Denen und Uns, dann konzentrieren sich diese Fremden als Reaktion auf die ihnen widerfahrende Ablehnung vermehrt auf ihre Identitaet als Gruppe, als Gruppe von Fremden. Und diese staerkere Identitaet 'Wir, eine Gruppe von Fremden' provoziert wiederum noch staerkere Ablehnung von der Stammbevoelkerung des Landes. ZB Deutschlands,Lol!

Ein Teufelsktreis also, der die Situation im Laufe von Jahren und Jahrzehnten immer mehr anheizt, bis....aber lassen wir das vorerst. Der Teufelskreis funktioniert auch umgekehrt, also durch den Primaerimpuls des 'sich absonderns' einer Gruppe von [Fremden].

Diese Fremden haben natuerlich ihre eigene Sprache, eigene Religion und Brauchtum, und ihren eigenen Rechtsbegriff. Und so ist es in dieser Situation logisch, dass sie schrittweise ihre Souveraenitaet als Gruppe anstreben. Also rechtliche Anerkennung ihrer fremden Identitaet und das Recht diese auch auszuueben. Und in einem Rechtsstaat wie dem Unserem kann ihnen dieses Streben nicht verwehrt werden.

Und dieses Streben einer [Rand]gruppe nach Souveraenitaet fuehrt zur skurrilen Situation eines 'Staates im Staat', manchmal sogar mit territorialen Anspruechen. Und das ist fuer den Staat als rechtliche Gemeinschaft sehr schlecht, bis hin zu potenziell existenzbedrohend. Unabhaengig von der jeweiligen Entstehungsgeschichte, sehen wir genau diese Situation in Israel mit Palestina, in Nordamerika mit den FirstNations, und in latenterer Form in vielen anderen Ecken der Welt.

Was sollen wir also gegen diesen Teufelskreis tun?

Die erste Antwort ist natuerlich, diese Emigranten nicht auszugrenzen sondern sie zu integrieren (toll! eine Binsenweisheit). Aber in der Praxis funktioniert das nur, wenn sowohl die Emigranten hier als deutsche Buerger leben wollen und nicht als Exklave ihrer Heimat, und nur wenn wir als die Platzhirsche sie auch tatsaechlich hier als deutsche Buerger leben lassen wollen und nicht als Menschen zweiter Klasse. Nicht nur am Papier sondern auch im taeglichen Leben. Wenn das passiert dann bringen die Neuankoemmlinge durchaus auch neue und wertvolle Impulse mit. Allerdings kann man niemanden dazu zwingen, etwas zu wollen.

Und dann ist da natuerlich noch das Problem der Menge. Essen etwa ist lebensnotwendig, und Sauerkraut ist ein sehr gesundes Essen. Aber durch den konsequenten Versuch, 100kg Sauerkraut an einem Tag zu essen, wuerde man sterben.


Salopp gesagt, Doener ist gut aber wir sollten nicht mehr Doener einkaufen als wir verdauen koennen und auch verdauen wollen, und ausserdem muss das Doener noch mitspielen beim Verdauen.

timtim
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Re: Emigranten und Minderheiten

Post by timtim » Tue Jan 19, 2016 10:56

xg27 wrote: Was sollen wir also gegen diesen Teufelskreis tun?

gibt für alles eine anleitung und eine bessere Frage kannst du nicht stellen! CSU/AFD helfen gerne mit weiteren Material.

http://nsl-archive.tv/indexnsl.htm

xg27
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Re: Emigranten und Minderheiten

Post by xg27 » Tue Jan 19, 2016 18:41

@timtim:
Das, was Sie anscheinend andeuten, das kennen wir schon. Wir haben gesehen wie es ist und wir haben gesehen wo es hinfuehrt.

Und auch die amerikanischen settlers und die Israelis waren weiss Gott nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel; und gerade durch die Wahl ihrer Mittel haben sie das jeweilige Problem noch verschaerft oder sogar erst geschaffen.

Wenn wir auch nur eine Sache aus der Geschichte lernen koennen, dann dass es so nicht geht!.


Wenn Sie nur darauf hinaus wollen, dass die Loesung ist, einfach keine Fremden ins Land zu lassen; tja theoretisch waere das eine [zweite] Loesung, und etliche europaeische Staaten verlegen sich momentan darauf, aber in der Praxis funktioniert das nicht. Wenn man als Staat anfaengt sich gegen Fremde [uebermaessig] abzuschotten um die innerstaatliche Gemeinschaft zu schuetzen, dann ist der naechste Schritt, problematische Gruppen innerhalb des Staates auszugrenzen um die Einheit und den Status Quo zu erhalten. So ein Staat ist dann sehr schnell eine Gemeinschaft aus einigen Mitgliedern aus Ueberzeugung plus vielen die sich aus Angst vor Ausgrenzung nicht gegen den Status Quo outen. Das funktioniert nicht lange, man muss dann immer autoritaerer vorgehen um die Einheit zu erhalten. Und je autoritaerer man vorgeht desto fragiler wird in Wahrheit die Einheit die man erhalten will. Es waere vergleichbar mit dem Versuch, in absolut steriler Umgebung zu leben um sich vor Krankheit zu schuetzen. Dadurch degeneriert man nur.

xg27
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Re: Emigranten und Minderheiten

Post by xg27 » Thu Jan 21, 2016 8:01

So.
Die Sache tangiert natuerlich auch ein Tabu-Thema. Ein Thema aus unserer Vergangenheit. Die Nazizeit. Wir wollen nicht dass das wieder passiert. Wir haben Angst davor. Ihr habt diese Angst gespuehrt als ihr den letzten Satz des Eingangspostigs gelesen habt.


Anfangs waren viele Leute schnell zur Hand mit der Behauptung, nicht dabei gewesen zu sein. Aber das koennen nur Jene wenige, die sich diesem System tatsaechlich konsequent verweigerten, und das oft mit ihrem Leben bezahlten, fuer sich in Anspruch nehmen. Waeren es damals mehr gewesen dann waere die Geschichte anders verlaufen. Andere wiederum verlegen sich darauf, das Unbestreitbare einfach zu leugnen. Andere behaupten dann dass damals die ganze Gesellschaft von einem harismatischen Redner und seiner Fuehrungsriege quasi ge-hijacked wurde. Der gleiche Schwachsinn wird auch heute verbreitet; naemlich, dass wir - die Gemeinschaft - nur die hilflosen Opfer einiger weniger Boesewichte sind die uns nach Belieben manipulieren. Und dass wir nur die eine Option haben, uns in unser Schicksal des dabei - rein zufaellig natuerlich - generierten Wohlstandes zu ergeben. Und viele andere verschreiben sich dem Tabu-Konzept. Alles und Jeder der moeglicherweise oder angeblich in die Nazi-Richtung tendiert wird gnadenlos verfolgt. Jeder der auch nur in den unbestimmten Verdacht geraet vielleicht ein einziges Wort gebraucht zu haben das irgendwie an die Nazis erinnert wird von uns allen gemeinsam niedergepruegelt. Proaktive ethnische Saeuberung sozusagen. Aber dadurch ziehen wir uns selbst unsere Reisszaehne, und dann sind wir hilflos etwa gegen sylvesterliche nordafrikanische Jugendbanden in Koeln und nicht nur.



Nichts von all dem kann unser Trauma heilen.



Nur wenn wir verstehen dass es nicht um einen harismatischen Fuehrer und seine Riege geht - die alle zusammen schon unter der Erde sind - sondern dass es um UNS geht; nur dann haben wir Aussicht auf Heilung.

Nur wenn wir verstehen, dass wir Angst vor uns selbst haben, Angst vor dem wozu wir faehig sind, nur dann koennen wir das richtige Mass an Handlung zwischen Abscheulichkeit einerseits und falscher Toleranz andererseits finden.



Und wenn wir schon dabei sind, dann koennen wir uns auch gleich ein paar Gedanken machen ueber die Situation die das damals moeglich machte.

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