Was weiß die Krankenkasse?

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Ochnö
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by Ochnö » Mon Jul 20, 2015 22:48

@xg27 Bitte lies deinen text noch einmal.Deine Antwort ist Typisch fuer ein Kind das seine Ohnmacht spuert und daraufhin unmoegliches,unrealistisches will.Das ist nun einmal "Kindergarten" ;)

@rufus und du erzaehlst uns nun gleich wieviel ppm Versicherungsnehmer Versicherungsmathematiker sind und wieviele davon ihr BU Risiko kalkulieren.
Warum meinst du wohl warum die Mehrzahl der Deutschen eine Hausratversicherung hat-aber kaum einer eine BU? ;)
Welches dieser beiden Risiken ist existenzbedrohend wenn es eintritt?
Warum haben mehr Deutsche eine Unfallversicherung als eine BU?
Warum haben die meisten Deutschen eine Lebensversicherung mit Sparanteil und nicht eine reine Risiko LV?
Warum legen die meisten Deutschen ihr Geld auf ein Sparbuch,oder maximal in Anleihen an-statt in Aktien oder ETFs?

Ach ja und wie kalkulierst du bspw. das (nicht unrealistische)Riskio das jemand sich eine Borreliose einfaengt-der nicht in einem Risikogebiet wohnt?

xg27
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by xg27 » Tue Jul 21, 2015 12:06

Ochnö wrote:@xg27 Bitte lies deinen text noch einmal.Deine Antwort ist Typisch fuer ein Kind das seine Ohnmacht spuert und daraufhin unmoegliches,unrealistisches will.Das ist nun einmal "Kindergarten" ;)
Wenn genuegend Leute sich daran erinnern, dass Firmen die nur am Papier existieren (Kapitalgesellschaften,Corporations..) eigendlich den realen Menschen untergeordnet sind, dann ist das sehr wohl durchsetzbar; sowohl im Recht als auch im taeglichen Leben.

Wenn aber die ganze Bevoelkerung sich der vermeintlichen Allmacht der Konzerne unterwirft (aus den ueblichen Grunden) und sich ausschliesslich auf's Motzen verlegt; dann wird es unrealistisch.


Soll doch jeder mal selbst nachdenken darueber, wo der Kindergarten ist und wo nicht.

xg27
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by xg27 » Tue Jul 21, 2015 12:44

@rufus:

Mal ohne Math und ganz einfach. Versicherungen leben primaer von der Risikostreuung; viele Leute versichern sich aber nur bei wenigen tritt der Versicherungsfall tatsaechlich ein. Wollte man sich gegen etwas versichern das bei Allen eintritt dann waeren die notwendigen Versicherungsbeitraege groesser als die dann von der Versicherung ausbezahlten Betraege.

Versicherungen koennen es sich nicht leisten, neue Prognose- oder Analysetools zu ignorieren, wenn diese der Konkurenz und/oder den Kunden zu Verfuegung stehen. Und sehr gerne haben sie natuerlich mehr solche tools als die Konkurenz und vor Allem die Kunden. Da koennte nur legislatives Handeln helfen. Gewisse Dinge oder ab einer gewissen Grenze duerfen nicht genutzt werden. Von Niemandem.

Der Hintergrund all dessen ist natuerlich das Dogma, dass mehr Wissen (Daten) automatisch einen Vorteil verschafft. Das stimmt aber nicht so pauschal. So etwa hift das Wissen, dass exzessiv geschnueffelt wird, sehr vielen Leuten gar nichts.(aus guten Grunden, und kein Mitleid mit denen)


Tatsaechlich stolpert man auch manchmal ueber sein eigenes Wissen, die Gefahr ist umso groesser, je mehr man weiss.

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Ochnö
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by Ochnö » Tue Jul 21, 2015 14:52

xg27 wrote:
Ochnö wrote:@xg27 Bitte lies deinen text noch einmal.Deine Antwort ist Typisch fuer ein Kind das seine Ohnmacht spuert und daraufhin unmoegliches,unrealistisches will.Das ist nun einmal "Kindergarten" ;)
Wenn genuegend Leute sich daran erinnern, dass Firmen die nur am Papier existieren (Kapitalgesellschaften,Corporations..) eigendlich den realen Menschen untergeordnet sind, dann ist das sehr wohl durchsetzbar; sowohl im Recht als auch im taeglichen Leben.
So,so-das ist also"realistisch"wenn du forderst der CEO deiner Versicherung sollte vor dir"strippen"? :lol:
Zudem"nur am Papier existieren"?Verstehe ich nicht.Weil du deren Geschaeft nicht verstehst und es nicht magst wie sie es betreiben="nicht real"?

Versicherungen sind sehr "real"-die Entwicklung dazu startete schon v. Chr.:
http://www.versicherungs-geschichte.de/ ... -vchr.html

Wenn aber die ganze Bevoelkerung sich der vermeintlichen Allmacht der Konzerne unterwirft (aus den ueblichen Grunden) und sich ausschliesslich auf's Motzen verlegt; dann wird es unrealistisch.


Soll doch jeder mal selbst nachdenken darueber, wo der Kindergarten ist und wo nicht.
Sie "Unterwirft"sich nicht-sie wird unterworfen!
Der Gesetzgeber gibt ihnen die Macht dazu durch die Schaffung entsprechender Gesetze.

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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by xg27 » Wed Jul 22, 2015 22:46

Ochnö wrote: Zudem"nur am Papier existieren"?Verstehe ich nicht.
Versicherungen, die Kunden durchleuchten koennen (jetzt dann sogar deren Umfeld) sind grosse Kapitalgesellschaften, und damit Juristische Personen. Wenn ich von denen was kaufe, dann ist mein Vertragspartner eine Juristische Person; ich selbst bin eine Natuerliche Person.


Genaueres Bitte Wikipeden oder Startpagen. Kurz, praktisch Keiner der an der Gesellschaft Beteiligten kann fuer Verbrechen der Gesellschaft zur Verantwortung gezogen werden. Die Aktionaere riskieren nur ihre Kapitaleinlagen (zB durch Aktienkauf), der Geschaeftsfuehrer oder CEO (Central EXECUTING Officer) fuehrt nur die Anweisungen aus die er ein- oder mehrmals im Jahr erhaelt*, und alle anderen Mitarbeiter folgen ohnehin nur Anweisungen.Und eine Juristische Person kann man nicht inhaftieren; man kann nur eine Geldstrafe verhaengen (die zahlt die Juristische Person dann aus der Kaffekasse).

Urspruenglich waren solche Gesellschaften nur unter sehr strengen Auflagen und zu sehr begrenztem Geschaeftszweck erlaubt (im Grunde sollte der Staat die einzige Juristische Person sein).Aber vor etwa 100 Jahren lockerte man die Auflagen weil finanzstarke Vereinigungen aus Geschaeftsleuten imstande und willens waren, grosse [Infrastruktur]Projekte zu finanzieren die der Staat zum gegebenen Zeitpunkt nicht finanzieren konnte oder wollte. Durch ihre neuen Freiheiten konnten diese Gesellschaften (Konzerne, Corporations) maechter werden, und sie wurden auch mehr. Und sie nutzten ihre [Finanz]Macht um Gesetze zu beugen und zu manipulieren zu ihrem Vorteil, also u.A. fuer noch mehr Deregulierung. Es ist ein offenes Geheimnis, dass bereits in der ersten Haelfte des 20. Jahrhunderts manche Konzerne - obwohl sie nur virtuelle Personen sind - imstande waren, nationale Armeen und Geheimdienste fuer ihre Zwecke und gegen Staaten (in Afrika und Suedamerika) zu gebrauchen. 50 Jahre spaeter wachsen sie sogar ihren Mutterstaaten ueber den Kopf (zB die ContentIndustry mit ihrem Copyright), oder versuchen sogar offen zu putschen (siehe diverse Freihandelsabkommen).



Tatsaechlich sind wir es, die diese virtuellen Personen gross und stark machen; wir alle, die wir kaufen von ihnen und die wir arbeiten fuer sie (ein ganz spezielles Thema...). Und da die meisten Leute einen Hoellenrespekt vor dem Mammon haben und vor jedem der viel davon hat einen Kniefall machen - auch wenn es nur eine virtuelle Person ist - laeuft man Gefahr, von der Wohlstands&Bequemlichkeit-Sekte gelyncht zu werden, wenn man darauf verweist dass Juristische Personen den Natuerlichen Personen(Menschen) nicht uebergeordnet sind. Ja, selbst wenn man vorschlaegt, nur Gleiches mit Gleichem einzufordern.



*es gab glaube ich vor ein paar Jahren ein bahnbrechendes aber nicht sehr beachtetes Urteil in Italien gegen zwei CEO's wegen wissentlicher fahrlaessiger Gefaerdung der Arbeitnehmer. Nach sehr, sehr vielen Prozessjahren und sehr vielen Geschaedigten (Krebs).

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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by nichtbekannt » Thu Jul 23, 2015 12:03

Zu der Diskussion hier habe ich gerade eine alarmierende Sache gefunden. Leider viel zu spät, sonst hätte ich mich da erheblich mehr für engagiert.

Es geht um die unabhängige Patientenberatung UPB.

Die soll abgeschafft werden, durch den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU.

Bisher wurde diese Leistung von einem gemeinnützigen Verein geleistet, in hervorragender Weise.

Nun soll ein profitorientiertes Unternehmen, das natürlich erst einmal alles viel besser und billiger kann, diese Leistung erbringen.
Da hat die Lobyarbeit und bestimmt auch einige noch unbekannte Verbindungen, ganze Arbeit für die Duisburger Firma Sanvartis geleistet.

Profitunternehmen arbeiten aber nun aber mal mit den Daten die sie abschöpfen können.
Dies bedeutet also nicht mehr und nicht weniger, als dass die Daten der Patienten verkaufen oder(Augenzwinkern)regelmäßig gestohlen werden.
Da wird ein großes Loch in die Mauer der Vertrauenskette, Arzt-Krankenkasse-Leistungserbringer-Patient, der Daten bei den Kassen gebohrt.
So funktioniert Spezel-Wirtschaft.
Wer schon einmal in einem Callcenter angerufen hat wird beurteilen können, dass da die Kompetenz und die Unabhängigheit von der fütternden Hand der Krankenkassen ganz besonder groß sein wird. ;-)

Es gibt derzeit eine Petition mit der sich noch das Schlimmste verhindern lässt. Vielleicht macht ihr da ja mit und helft dabei, dem Abbau von Datenschutz und Inkompetenz entgegen zu wirken.

zur Petition
https://www.change.org/p/unabh%C3%A4ngi ... u/11320807

Spiegel Artikel
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 42793.html

UPD-Patientenberatung
http://www.patientenberatung.de/

wxyz
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by wxyz » Sat Jul 25, 2015 10:18

@nichtbekannt

Wo das, hier bezogen auf die Patientendaten, noch hinführen kann, zeigt die Entwicklung in GB:

„Eine Unternehmensberatung hat offenbar die Krankenhausdaten ganz Englands auf Google-Server hochgeladen. Doch das ist nur ein Schritt im totalen Kontrollverlust britischer Patienten über ihre Daten. Eine neue, riesige Datenbank könnte ihre Privatsphäre aufheben.“
http://www.focus.de/politik/ausland/kra ... 58500.html

„Großbritannien plant, Patientendaten zentral zu sammeln und Einrichtungen wie Universitäten, aber auch Versicherungskonzernen oder Pharmafirmen gegen Entgelt zugänglich zu machen. Teil der käuflichen Daten sollen laut Bericht des Guardian unter anderem Angaben zu psychischen Erkrankungen und Krankheiten wie Krebs sein, ebenso wie etwa Rauch- und Trinkgewohnheiten.“
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 90164.html

„Die Daten von über 700.000 Patienten des National Health Service (NHS) wurden gegen deren Willen Dritten zugänglich. […] Bis zu 700.000 Briten wurden hintergangen. Sie hatten explizit angegeben, dass die von ihren Hausärzten gespeicherten Gesundheitsdaten nicht an Dritte weitergegen werden dürfen.“
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 80923.html

Das wird auch in Deutschland mit den üblichen Argumenten („Sicherheit“ und „Wettbewerbsfähigkeit“) weiter forciert werden.

xg27
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by xg27 » Mon Jul 27, 2015 18:12

wxyz wrote:
Das wird auch in Deutschland mit den üblichen Argumenten („Sicherheit“ und „Wettbewerbsfähigkeit“) weiter forciert werden.
Im Grunde ist es moeglich, dem einen Riegel vorzuschieben durch Legislation; bei genuegend grossem Druck durch die Oeffentlichkeit wird das auch passieren.

Diese Art von Problem ist auch nicht neu. Soll Jeder Atomwaffen haben duerfen, nur weil es sie gibt? Soll Jeder mit Gentechnik herumspielen duerfen, auch mit Menschen, nur weil das technisch machbar ist? Oder, ganz trivial, soll Jeder Feuerwaffen tragen duerfen?

rufus
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by rufus » Mon Jul 27, 2015 21:31

Mal ein Update:

Ich habe bei einem (großen) Maklerunternehmen angerufen, gefragt ob Sie erstmal eine anonyme Anfrage bei der Versicherung stellen würden, ob die mich mit meinem Profil versichern würden.

Antwort: Anonym machen die Versicherer nicht so gern, weil es könnte sich ja der gleiche Patient wenn er abgelehnt wird nochmals mit anderen Angaben bei der gleichen Versicherung bewerben. Das ist IMHO dummes Zeug. Zum einen hat, aus den genannten Gründen, die Versicherung gar kein Interesste daran, jemanden mit falschen Angaben abzulehnen. Zweitens meine der Makler, dass die Vers. eh wieder alle Daten löscht, wenn kein Vertrag zustande kommt. Dann macht das ursprüngliche Argument aber keinen Sinn: Wie sollten Doppelbewerbungen aufgedeckt werden können, wenn die Daten nicht gespeichert werden?

Ich vermutet allerdings keine Verschwörung dahinter. Eher das eben die Grundeinstellung die ist, erstmal alle Daten zu sammeln die man kriegen kann. Obwohl ein Finger-printing ja technisch problemlos wäre.

Ein anderes Beispiel für sinnlosen Sammelwahn ist mein Hausarzt:

Ich wollte das er mir (!), eine Kopie meiner Krankengeschichte aushändigt, wegen dieser Versicherungssache. Die Sprechstundenhilfe wollte mir (!) die Daten nur dann aushändigen, wenn ich sie zuvor von der Schweigepflicht gegenüber dem Versicherer (!) schriftlich entbinde. Es hat dann eine längere Diskussion gegeben. Sie hat dann angedeutet, dass es Ihr zu dumm wird, und ich habe dann nicht unterschrieben. Damit bin ich allerdings nur durchgekommen, weil ich schlau war: Bei der Begrüßung hat sie mir gleich gesagt, dass ich die Erklärung unterschreiben muss. Ich habe erstmal nicht widersprochen, erst dann, als ich meine Akte schon in der Hand hatte, habe ich gesagt, dass ich nicht unterschreibe! :)

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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by Ochnö » Tue Jul 28, 2015 1:17

Deine Sprechstundenhilfe braucht Nachhilfe!
Es ist das RECHT eines Patienten seine Unterlagen in den Raeumen seines Arztes einzusehen!Zudem ist im auf Verlangen eine kompletten Kopie seiner Akte gegen Kostenerstattung auszuhaendigen!
Eine Begruendung braucht es dafuer nicht!
Eine Unterschrift das das ARZT von seiner Schweigepflicht entbunden ist gegenueber der Versicherung - die holt im Falle des Falles dann die Versicherung von dir ein und legt sie dem ARZT vor.
Sprechstundenhilfen sind dabei irrrelevant-auch wenn sie sich dabei klein und uebergangen fuehlt,aber so ist es nun einmal. ;)

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