Was weiß die Krankenkasse?

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rufus
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Was weiß die Krankenkasse?

Post by rufus » Tue Jul 14, 2015 16:38

Ich will eine Versicherung abschließen, und muss auch Angaben zu meinem Gesundheitsstand und etwaigen Vorerkrankungen machen.

Und habe daher bei der Krankenkasse angerufen, und darum gebeten, dass Sie mir eine Übersicht schicken. Am Anfang hat die Frau lange steif und fest behauptet, dass die Kasse die Diagnose nur dann dokumentiert wenn jemand krank geschrieben war. Nach längerem Gespräch kam dann raus, dass Sie wohl doch auch Zahnarztbesuche und andere Kleinigkeiten dokumentiert haben.

Ich habe in dem Gespräch versucht herauszufinden, was, wann und wie lamnge dokumentiert wird. Die Infos die ich bekommen habe waren ziemlich widersprüchlich, s.o. Man könnte meinen, dass Sie es selbst nicht genau wissen.

Das ist natürlich ärgerlich, wenn man als Antragsteller möglichst korrekte Angaben machen möchte.

Weiß jemand genaueres, oder haben wir sogar Kassenmitarbeiter unter uns? :)

nichtbekannt
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by nichtbekannt » Tue Jul 14, 2015 22:53

rufus wrote:Ich will eine Versicherung abschließen, und muss auch Angaben zu meinem Gesundheitsstand und etwaigen Vorerkrankungen machen.
Du willst also eine Privatversicherung abschließen.
rufus wrote:Und habe daher bei der Krankenkasse angerufen, und darum gebeten, dass Sie mir eine Übersicht schicken.
Meinst du damit eine gesetzliche oder auch private Kasse bei der du derzeit versichert bist? Ich gehe mal von einer gesetzlichen Kasse aus.

rufus wrote:Am Anfang hat die Frau lange steif und fest behauptet, dass die Kasse die Diagnose nur dann dokumentiert wenn jemand krank geschrieben war. Nach längerem Gespräch kam dann raus, dass Sie wohl doch auch Zahnarztbesuche und andere Kleinigkeiten dokumentiert haben.

Ich habe in dem Gespräch versucht herauszufinden, was, wann und wie lamnge dokumentiert wird. Die Infos die ich bekommen habe waren ziemlich widersprüchlich, s.o. Man könnte meinen, dass Sie es selbst nicht genau wissen.
Arzt und Zahnarztbesuche sind normal(Vorsorge) und werden vermutlich wegen dem Bonus beim Zahnarzt dokumentiert. Genaueres müsstest du eigentlich über die Verbraucherberatung raus bekommen.
rufus wrote:Das ist natürlich ärgerlich, wenn man als Antragsteller möglichst korrekte Angaben machen möchte.
Angeben musst du nur evtl. ernstafte OP's, Vorerkrankungen(z.B. Schwachsinn ect.) Brüche, Diabetes und so was. Der Zahnstatus kommt nur bei einer Zahnversicherung in Frage.
rufus wrote:Weiß jemand genaueres, oder haben wir sogar Kassenmitarbeiter unter uns? :)
Ich würde die Finger von einer Privatversicherung lassen, da die im Alter fast nicht zu bezahlen ist oder mit Einbußen, die im Alter dann gerade erst recht Mist sind. Außerdem sind Kinder, Frau, ect. nicht mitversichert und kosten zusätzliche Versicherungen. Darüber sollte man nachdenken. ;-)
Ein Wechsel der Versicherung von Privat nach Kasse wäre nur bei eingetretener Arbeitslosigkeit möglich, da dann die Arge nur Kasse zahlt.
Steuerlich ist jede Krankenversicherungsart abzugsfähig.
Wenn du zuviel Kohle hast, schließe gute Zusatzversicherungen ab ( Stiftung Warentest ect.)um die Dinge, die die gesetzlichen Kassen nicht bezahlen abzusichern. :-D

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Ochnö
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by Ochnö » Wed Jul 15, 2015 0:38

Du haettest schon sagen muessen welche Versicherung du abschliessen willst und warum-ansonsten kannst du nichts sinnvolles an Antworten erwarten.Allerdings hat nichtbekannt dir schon sehr hilfreiches zu vermitteln versucht,dem ich voll zustimme.
Anhand deiner frueheren Fragen und postings gehe ich davon aus das du selbstaendig bist.
Ganz klar was ein Selbssteandiger immer braucht:
Ein GUTE BU Versicherung+eine Krankentagegeld Versicherung die ab einem von dir zu kalkulierendem Tag zahlt und einer Hoehe die deinem Durschnittseinkommen entspricht.
Letzere ist insofern wichtig wenn du nicht BU bist-und um die Zeit zu ueberbruecken bis die BU zahlt(kann auch bei guten dauern).
Hilfreich bei der Vorauswahl sind auf jeden Fall die Verbraucherberatungs Bueros.
Versicherungen braucht man im uebrigen nur fuer existenzbedrohende Risiken-bspw. ist eine Hausratversicherung Unfug!
Eine LV mit Sparanteil ist Unfug-wenn Frau und Kinder zu versorgen ist eine reine Risiko Versicherung ohne weiteren Schnickschnack a la "im Unfalltodesfall das doppelte"gut.Kann man aber auch schon in jungen Jahren abschliessen-ohne Frau und Kinder,dann ist die Praemie niedriger.
Eine Unfall Versicherung ist Unfug(zahlt nicht bei Krankheit!)-dafuer schliesst man eine BU und eine Krankentagegeld Versicherung ab.Beides sollte man bei Beginn der Volljaehrigkeit schon abschliessen um die Praemie niedrig zu halten.
Eine RV ist dann interessant wenn bei dir das Risiko besteht das es zu streitigen Gerichtsverfahren kommt... ;) Die hat mir einiges an Kosten erspart :lol:

usw.

rufus
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by rufus » Wed Jul 15, 2015 23:06

Es geht um eine BU. Ich hole gerade schriftlich Auskünfte bei Krankenkasse und Ärzten ein. Ich sollte den Schriftverkehr wohl auf säurefestem Papier sicher in einem Bankschließfach verwahren, nämlich deshalb:

Das komische ist, als ich bei der GKV angerufen habe, haben die zuerst behauptet, offenbar selbst davon überzeugt, fast nichts zu dokumentieren, nämlich nur Diagnosen die im Rahmen einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gestellt werden.

Erst mehrmaliges Nachbohren von mir und mehrmaliges Nachschauen (!)durch die Sachbearbeiterin z in der Datenbank hat mehr ztugage gefördert. Aber auch nicht alles, wie ich glaube. Ziemlich seltsam das Ganze. Sollte ein SB nicht auf einen Blick in meinen Datensatz sehen was Sache ist? Wieso behauptet er erst da steht sonst nichts, und wenn man nur oft genug fragt steht da doch was?

wxyz
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by wxyz » Thu Jul 16, 2015 11:39

rufus wrote:Was weiß die Krankenkasse?
Ich denke, die Krankenkasse weiß alles, mit dem sie jemals in Berührung gekommen ist. Also alles, was du nicht selber bezahlt hast und wo die Krankenkasse auch sonst nicht informiert wurde, haben die gespeichert. Das können sehr persönliche Informationen sein und ich glaube, dass so manche Behörden das sicher abgreifen. Damit lassen sich doch wunderbar die Persönlichkeitsprofile ergänzen. Dass sich Datenhändler auch dafür interessieren, dürfte klar sein. Und das die Daten, wie auch immer, ihren Weg dorthin finden, halte ich für plausibel. Und wie so häufig (z.B. Adressbuch hochladen bei facebook...) betrifft das noch nicht einmal nur einen selber. Wenn jetzt jemand einen Job sucht, eine Versicherung abschließen möchte oder man einschätzen will, ob er eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnte, dann berücksichtigt man da auch die Informationen über das Umfeld.

xg27
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by xg27 » Thu Jul 16, 2015 17:11

wxyz wrote: ....betrifft das noch nicht einmal nur einen selber
Richtig.
Wenn meine 'Freunde' sagen, dass sie nichts zu verbergen haben dann schliesst das auch ein, was sie ueber mich wissen.

Das sind aber dann keine Freunde sondern Spitzel.

nichtbekannt
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by nichtbekannt » Thu Jul 16, 2015 22:39

Was dürfen die gesetzlichen Krankenkassen über mich wissen?

Ob Einkommensnachweise oder Bescheide zu Sozialleistungen – die gesetzlichen Krankenkassen fordern allerhand Informationen von ihren Mitgliedern. Doch dürfen sie das auch?

Wenn eine Krankenkasse Daten über einen Versicherten erhebt, verarbeitet oder nutzt, werden diese Angaben zu Sozialdaten und sind damit besonders geschützt: Sie unterliegen nun dem Sozialgeheimnis. Die Krankenkasse ist verpflichtet, sehr sorgsam mit diesen Daten umzugehen.

Der Schutz der Daten beginnt bereits dann, wenn sie erhoben und erstmalig gespeichert werden: Der Gesetzgeber hat in 14 Punkten geregelt, in welchen Fällen Sozialdaten für die Arbeit der gesetzlichen Krankenkassen regelmäßig erforderlich sind – das heißt, in welchen Fällen die Daten überhaupt erhoben und gespeichert werden dürfen (§ 284 Absatz 1 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch). Danach dürfen Daten vom Versicherten erhoben werden um:

1. festzustellen, ob jemand versichert oder Mitglied der Krankenkasse ist, und um eine Krankenversicherung zu vermitteln,

2. einen Berechtigungsschein, die Krankenversichertenkarte und die elektronische Gesundheitskarte auszustellen,

3. festzustellen, wer wie viel an Beiträgen zahlen muss und um den Sozialausgleich durchzuführen,

4. zu prüfen, ob die Krankenkasse verpflichtet ist, Leistungen zu erbringen,
die Leistungen tatsächlich zu gewähren,
zu prüfen, ob Leistungen beschränkt werden müssen,
um den Status der Zuzahlungen zu bestimmen,
Kosten zu erstatten,
Beiträge zurück zu zahlen und
die Belastungsgrenze festzustellen,

5. die Versicherten bei Behandlungsfehlern zu unterstützen,

6. die Behandlungskosten von nicht versicherungspflichtigen Personen zu übernehmen,

7. den Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) zu beteiligen,

8. mit den Leistungserbringern, wie Ärzten oder Physiotherapeuten, die entstanden Kosten abzurechnen und deren Rechnungen zu prüfen,

9. die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung zu überwachen,

10. mit anderen Leistungsträgern, zum Beispiel der Unfallversicherung, abzurechnen,

11. Erstattungs- und Ersatzansprüchen zu verfolgen,

12. bestimmte Vergütungsverträge auszuarbeiten,

13. Modellvorhaben, das Versorgungsmanagement, Verträge zu integrierten Versorgungsformen vorzubereiten und durchzuführen sowie um ambulant hochspezialisierte Leistungen zu erbringen und zu prüfen,

14. den Risikostrukturausgleich und den Risikopool durchzuführen sowie um Versicherte für strukturierte Behandlungsprogramme zu gewinnen und um diese Programme vorzubereiten und durchzuführen.

Ob im Einzelfall Daten erhoben und weiter verarbeitet oder genutzt werden dürfen, muss jeweils geprüft werden – jeder Fall ist anders. Die Krankenkasse muss jedoch immer begründen können, für welchen Zweck sie die Daten verwenden will und dass die Angaben zur Erfüllung der entsprechenden Aufgabe tatsächlich erforderlich sind. Der BfDI unterstützt die Bürgerinnen und Bürger bei der Wahrnehmung ihrer Datenschutzrechte gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse.

http://www.bfdi.bund.de/DE/Datenschutz/ ... issen.html

rufus
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by rufus » Fri Jul 17, 2015 10:02

nichtbekannt wrote: Ob im Einzelfall Daten erhoben und weiter verarbeitet oder genutzt werden dürfen, muss jeweils geprüft werden – jeder Fall ist anders. Die Krankenkasse muss jedoch immer begründen können, für welchen Zweck sie die Daten verwenden will und dass die Angaben zur Erfüllung der entsprechenden Aufgabe tatsächlich erforderlich sind. Der BfDI unterstützt die Bürgerinnen und Bürger bei der Wahrnehmung ihrer Datenschutzrechte gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse.

http://www.bfdi.bund.de/DE/Datenschutz/ ... issen.html
Meine KK scheint selbst nicht so genau zu wissen, welche Daten sie erhoben hat.

Ich als Laie stelle es mir ja so vor: Die SB gibt meine Nummer ein, und hat dann den Datensatz mit der ganzen Historie vor sich. Während des Gesprächs hat es aber eher so gewirkt, als ob sie auch selbst erst tröpfchenweise an die Infos gelangt. Kann sich da jemand einen Reim drauf machen?

rufus
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by rufus » Fri Jul 17, 2015 10:17

Manche Makler bieten ja anonyme Anfragen an, ob die Versicherung jemanden versichern würde. Grund ist, dass sich in Internetkreisen die Spekulation hält, dass Versicherungen Daten über nicht-versicherbare Bewerber austauschen. Vermutlich ein urbaner Mythos, ich sehe den Nutzen nicht. Im Interesse einer Versicherung liegt es doch, erstmal jeden zu versichern um an das Geld zu kommen. Wenn der Versicherte falsche Angaben macht, liegt das im Interesse der Versicherung. Weshalb? Naja, erst streicht die Versicherung die Prämien ein, und im Schadensfall fragt sie bei Ärzten und Krankenhassen nach, weist die falschen Angaben nach und zahlt nicht. Es liegt also im Interesse der Vesicherung, die Antragsteller zu subtil zu Falschangaben anzuregen.

Nochmal zur anonymen Anfrage: Die Frage ist, ob die Versicherung anonyme Anfragen wirklich löscht. Über dem Profil aus Geburtsdatum und Vorerkrankungen kann ja jederzeit ein "Fingerabdruck" erstellt werden. Ob und wie man aus diesen fignerabdrücken einen nutzen ziehen kann, ist natürlich eine andere Frage.

wxyz
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Re: Was weiß die Krankenkasse?

Post by wxyz » Fri Jul 17, 2015 10:45

nichtbekannt wrote: Was dürfen die gesetzlichen Krankenkassen über mich wissen?
rufus wrote: Meine KK scheint selbst nicht so genau zu wissen, welche Daten sie erhoben hat.
Das klingt ja erst einmal nach einer Regelung, die die Betroffen schützen soll. Aber was heißt das konkret?

Alleine diese Formulierung „4. zu prüfen, ob die Krankenkasse verpflichtet ist, Leistungen zu erbringen,“ bedeutet, dass jedes mal, wenn eine Leisungszahlungspflicht der Krankenkasse bestehen könnte, die Daten erfasst werden. D.h. jedesmal, wenn du mit deiner Versicherungskarte irgendwo hingehst (jeder Arztbesuch, jeder Medikamentenkauf in einer Apotheke...), speichert die Krankenkasse die Informationen. Und natürlich werden die Daten auch noch weiter analysiert: „14. den Risikostrukturausgleich und den Risikopool durchzuführen sowie um Versicherte für strukturierte Behandlungsprogramme zu gewinnen und um diese Programme vorzubereiten und durchzuführen.“

Einige Aufgaben (z.B. hier zu Teilen die Leistungsfallbearbeitung, Risikoprüfung) werden nicht selten von den Kassen nicht selbst durchgeführt, sondern an Dienstleister outgesourct. Das ganze Problem des Datenverlusts besteht also bei jedem weiteren Dienstleister.

Daten sind der Rohstoff unserer Zeit. Da schürft man keine Erze mehr:
„"Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts", meinte Messechef Frese und im Gegensatz zu anderen Rohstoffen nimmt die Menge der Daten rasant zu. Es gehe laut Frese darum, Nutzen aus diesen Daten zu ziehen und neue, nachhaltige Geschäftsmodelle daraus zu generieren.“
http://www.vdi-nachrichten.com/Technik- ... hrhunderts

Von der Bundesregierung dürfen wir da auch keine Hilfe erwarten:
„EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hat auf einem Manager-Treffen in Baden-Würtemberg seine Meinung zum Datenschutz kund getan: Datenschutz als Wettbewerbsnachteil. 'Übertreibt es nicht mit dem Datenschutz'.“
https://netzpolitik.org/2014/guenther-o ... tenschutz/

Merkel hat sich ähnlich geäußert. @rufus: Die Krankenkasse kennt deine ganze Krankengeschichte, auch wenn sie das nicht zugibt.

Mal ein paar Beispiele:
- Apotheken:
„Die Rechenzentren deutscher Apotheken verkaufen vertrauliche Patientendaten in Form von Rezepten an die Pharmaindustrie.“
http://www.computerbild.de/artikel/cb-A ... 21627.html

- Telefónica:
„Der Telekommunikationskonzern Telefónica will die Bewegungsprofile seiner Kunden statistisch auswerten und zu Geld machen.“
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/ ... 64204.html

- Easycash:
„Über eine Milliarde Zahlungsvorgänge an EC-Kartenterminals erledigt die Ratinger Firma jährlich - […] In puncto Datenschutz mehr als fraglich ist dagegen, was Easycash Recherchen des Senders NDR Info mit den Daten von Millionen Kunden vorhatte. Demnach hatte der Zahlungsdienstleister ein Geschäftsmodell entwickelt, bei dem aus Informationen, die bei EC-Kartenzahlungen anfallen, Risikoprofile für die Karten abgeleitet werden. Easycash bot diesen "Risikoindex" sogar anderen Firmen zum Kauf an.“
http://www.sueddeutsche.de/geld/ec-kart ... -1.1143201

Zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Ich habe von einem Fall gehört, bei dem jemand aufgrund einer schweren Erkrankung berufsunfähig wurde. Dieser hatte vor langer Zeit bei einer Anamnese in einem Arztgespräch erzählt, dass er in seiner Jugend gelegentlich gekifft hat. In seiner umfangreichen Krankenakte war auch dieser Arztbericht hinterlegt. Die Versicherung hat behauptet, seine Erkrankung sei auf sein damaliges Verhalten zurückzuführen, und die Leistung verweigert.

Der erste Schritt zu Datensparsamkeit sind wir selber. Man sollte schon genau aufpassen, welche Informationen man freiwillig von sich preisgibt (selbst in vertraulichen Arztgesprächen).

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