Provider 'Posteo' veröffentlicht Transparenzbericht

Wie man im täglichen Leben anonym bleibt. Diskussion und Erfahrungsaustausch.
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bodman

Provider 'Posteo' veröffentlicht Transparenzbericht

Post by bodman » Mon May 05, 2014 6:30

Der Provider Posteo hat heute einen Transparenzbericht veröffentlicht. Dieser "dokumentiert alle Anfragen von Strafverfolgungsbehörden und Nachrichtendiensten, die wir im Jahr 2013 erhalten haben und informiert darüber, wie oft tatsächlich Daten herausgegeben wurden. Er enthält außerdem Informationen über die Art der Anfragen sowie über die Anzahl von Behördenersuchen mit formalen Mängeln."

Die Mitteilung: https://posteo.de/blog/posteo-ver%C3%B6 ... enzbericht

Der Transparenzbericht: https://posteo.de/site/transparenzbericht_2013


rufus
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Re: Provider 'Posteo' veröffentlicht Transparenzbericht

Post by rufus » Tue May 06, 2014 14:57

In dem einen Link steht was von "Bestandsdaten".


Was für Bestandsdaten denn, Sie speichern doch nach eigener Aussage keine IP?

Erhellend fände ich es auch zu wissen, in was für Sachverhalten die Polizei da ermittelt halt.

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Ochnö
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Re: Provider 'Posteo' veröffentlicht Transparenzbericht

Post by Ochnö » Tue May 06, 2014 19:13

rufus wrote:In dem einen Link steht was von "Bestandsdaten".


Was für Bestandsdaten denn, Sie speichern doch nach eigener Aussage keine IP?

Erhellend fände ich es auch zu wissen, in was für Sachverhalten die Polizei da ermittelt halt.
Du hast den Artikel bei der TAZ nicht gelesen?
Steht doch klar dort:
Demnach haben Strafverfolgungsbehörden im vergangenen Jahr in insgesamt sieben Fällen Auskünfte über Nutzerdaten verlangt. In sechs davon wollten die Behörden von dem Provider nur Bestandsdaten über die Nutzer haben – also etwa den zu einem Account gehörenden Namen, die Adresse und Kontoverbindung. In einem Fall ging es darüber hinaus auch um die Inhalte des Postfachs und die Überwachung der laufenden Kommunikation, eine sogenannte Telekommunikationsüberwachung. Geheimdienstanfragen gab es keine.
Laut dem Bericht, der der taz vorab vorliegt, haben die Behörden nur in einem einzigen Fall – bei der Telekommunikationsüberwachung – auch Daten erhalten. Denn anders als andere E-Mail-Provider erhebt Posteo keine Bestandsdaten, sodass sich Nutzer einen anonymen Mail-Account einrichten können. Die Bestandsdatenabfrage ist für Behörden mit vergleichsweise niedrigen Hürden verbunden. Während Ermittler für eine Überwachung der laufenden Kommunikation den Beschluss eines Richters brauchen, können sie die Bestandsdaten ohne richterliche Einwilligung abfragen.

bodman

Re: Provider 'Posteo' veröffentlicht Transparenzbericht

Post by bodman » Wed May 07, 2014 9:30

Mailprovider 'JPBerlin' und 'mailbox.org' ziehen nach und veröffentlichen ebenfalls einen Transparenzbericht.

https://mailbox.org/transparenzbericht- ... ilbox-org/

cane

Re: Provider 'Posteo' veröffentlicht Transparenzbericht

Post by cane » Wed May 07, 2014 9:48

In dem einen Link steht was von "Bestandsdaten".
Zu den "Bestandsdaten" zählen seit Dezember 2012 neben Name, Anschrift und Kontoverbindung eines Nutzers auch (falls lieferbar):

- Passworte für den Zugriff auf E-Mail Konten und Cloud-Speicher.

- PINs/PUKs zum Entsperren von Smartphones.

- Zugriff auf die Endgeräte (Router), die den Kunden vom DLS-Provider kostenlos bereitgestellt werden (TR-069 Schnittstelle).

Wann man als Nutzer von mailbos.org oder Posteo eine Fake-Namen für die Registrierung nutzt und anonym bezahlt, dann kann der Mailprovider keine Bestandsdaten liefern. Die Mail-Provider sind nicht verpflichtet, diese Daten bei der Registrierung zu verifizieren. Wenn diese Daten vorliegen, sind sie aber zu übergeben.

Ich nehme an, dass das rüde Verhalten der Beamten vom Staatsschutz daran lag, das Posteo sagen musste: "Sorry - anonym registrierte und bezahlte E-Mail Adresse, da können wir einfach nichts liefern". Daraufhin hat das BKA mit Druck versucht, ob es nicht doch etwas zu holen gibt. Könnte ja sein, dass Posteo etwas mutwillig zurück gehalten hat um einen netten Bekannten zu decken (vielleicht eine Kreditkartennummer o.ä.?).

(Ich will Posteo nicht unterstellen, dass sie dem BKA gegeüber etwas verheimlichen würden, es ist für das BKA aber auch eine ungewöhnliche Situation, wenn ein E-Mail Provider sagt "Sorry - wirklich nichts da zu dieser E-Mail Adresse").
Sie speichern doch nach eigener Aussage keine IP?
IP-Adressen gehören zu den Kommunikationsdaten.

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