Ukraine

Wie man im täglichen Leben anonym bleibt. Diskussion und Erfahrungsaustausch.
Vista
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Re: Ukraine

Post by Vista » Fri Mar 21, 2014 16:03

Ochnö wrote:

Ach ja-schon mal darauf vorbereiten-das wird der naechste Brandherd:
https://de.wikipedia.org/wiki/Moldawien
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014 ... ppenuebung

rufus
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Re: Ukraine

Post by rufus » Sun Mar 23, 2014 19:15

cane wrote:
Die Strategie, die scheinbar in einer russisch-amerikanischen Blockkonfrontation aufgeht, ist in Wirklichkeit viel größer angelegt. Es geht darum Europa im Krisenzustand zu halten, um ein weltpolitisches Aufholen der EU gegenüber den USA möglichst lange hinauszuzögern. Wenn es dann auch noch gelänge, die Europäer in einen kalten Krieg mit Russland zu treiben, hätten die Amerikaner drei riesige Vorteile auf ihrer Seite:....
https://www.freitag.de/autoren/soenke-p ... merikanern

In Annerkennung dieser Situation würden sich welche Empfehlungen für Europas Politiker ergeben?
Gut Cane, wenn das so ist: Sind die Europäer zu dumm um bis drei zu zählen, und nur die Amis wissen wie der Hase läuft?

Würde mich hier riesig über eine plausible Antwort freuen!

Russland ist geographisch näher als Amerika, aber historisch gesehen, sind die Vasallen der Amerikaner meist besser gefahren als die der Russen.

Langfristig wärs mir am liebsten die EU würden sich aus so "Gedöns" raushalten, soweit es möglich ist. Mir erscheint es aber geographisch, historisch und machtpolitisch sinnvoll, wenn die EU die Ukraine an sich binden will. Russland hat Land und Einfluss genug, sich über einen ganzen Kontinent ausgebreitet. Sollen Sie sich doch vom europäischen Kontinent, sofern er nicht zum eigenen Territorium gehört, fernhalten.

rufus
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Re: Ukraine

Post by rufus » Sun Mar 23, 2014 19:19

Ochnö wrote::lol:
Da kriechen doch immer wieder solche armen verwirrten Seelen aus ihren Verschwoerungstheoretiker Ecken und kommen mit solchen abstrusen Ideen.
Wie arrogant muss man sein um US Politiker fuer derart dumm zu halten-das sie glauben wuerden ohne Europa die Herausforderungen der naechsten 50 Jahre,die sich vorwiegend im Nahen Osten und im Pazifik abspielen werden,meistern zu koennen?
Das allerletzte was die USA brauchen koennen ist eine schwache,zerstrittene EU-denn dann haetten sie einen weiteren,zukuenftigen Krisenherd am Hals und keinen starken Helfer.
Was spricht eigentlich aus Sicht der Amerikaner gegen eine neue Monroe-Doktrin? Auf Öllieferungen aus Nahost (aus Sicht der Amerikaner Fernost) sind Sie nun nicht mehr angewiesen.

rufus
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Re: Ukraine

Post by rufus » Sun Mar 23, 2014 19:19

cane wrote:"Völkerrecht geht vor Profit"
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014 ... sanktionen
Wirtschaftssanktionen sind unausweichlich, selbst wenn dadurch deutsche Arbeitsplätze verloren gehen.
...
Von diesen Sanktionen wären nicht nur russische Unternehmen betroffen, sondern auch etwa VW, BMW, Siemens oder RWE. Möglich gar, dass Arbeitsplätze in Deutschland verloren gingen. Die Lobbyisten der Industrie warnen bereits davor. Doch so schmerzhaft es sein mag: Völkerrecht kommt vor Handelsgewinn.
Na dann mal los, die Zustimmung der deutschen Bevölkerung ist bestimmt vorhanden - oder?

Nach Kosovo, Irak und Libyen ist die Parole "Völkerrecht geht vor Profit" doch ein begrüßenswerter 180° Schwenk.
Sagt jemand, der ein gesichertes Einkommen hat...

cane

Re: Ukraine

Post by cane » Sun Mar 23, 2014 20:35

Gut Cane, wenn das so ist: Sind die Europäer zu dumm um bis drei zu zählen, und nur die Amis wissen wie der Hase läuft?
Ja, es sind aber nicht die "Amis" (Obama, Nuland...), die bestimmen wie der Hase läuft.

Welche Regierung hat im NSA-Skandal bisher die Interessen des eigenen Landes vertreten? Brasilien vielleicht, aber keine Regierung in der EU. Warum nicht?

Verhandlungen über das Freihandelsabkommen sind ein weiteres Beispiel. Merken die europäischen Regierungen nicht, wie sie über den Tisch gezogen werden sollen und nationale Gesetze damit ausgehebelt werden?

Es gibt 147 eng verwobene transnationale Konzerne (überwiegend als Banken bekannt: Deutsche Bank AG, Merrill Lynch, UBS, Credit Suisse, AXA...), die 40% der Weltproduktion kontrollieren. Das ist wirkliche, konzentrierte Macht. Unsere gewählten Regierungen sind Marionetten, die eine Demokratiesimulation aufrecht erhalten sollen. Sie sind nicht dumm, sie wissen aber "wo der Brotkorb hängt".

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/ ... y/24530287

Sagt jemand, der ein gesichertes Einkommen hat...
Vielleicht den Ironie-Detektor neu justieren. ;)

rufus
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Re: Ukraine

Post by rufus » Sun Mar 23, 2014 20:52

cane wrote:Gut Cane, wenn das so ist: Sind die Europäer zu dumm um bis drei zu zählen, und nur die Amis wissen wie der Hase läuft?
Ja, es sind aber nicht die "Amis" (Obama, Nuland...), die bestimmen wie der Hase läuft.

Welche Regierung hat im NSA-Skandal bisher die Interessen des eigenen Landes vertreten? Brasilien vielleicht, aber keine Regierung in der EU. Warum nicht?
[quote/]
Und wie lautet Ihre Antwort darauf?

Ich weiß nicht viel über Brasilien, aber vielleicht kann Brasilien es sich leisten, und wir nicht?

Andere Möglichkeit: Die Regierung vertritt unsere Interessen, das passiert aber ehr hinter den Kulissen

Wieder andere Möglichkeit: Die Ansichten der Regierung und Ihre Ansicht über unserere Interessen sind unterschiedlich.

Verhandlungen über das Freihandelsabkommen sind ein weiteres Beispiel. Merken die europäischen Regierungen nicht, wie sie über den Tisch gezogen werden sollen und nationale Gesetze damit ausgehebelt werden?
Also, die Dummheitshypothese ist ja beliebt, wenn die Politiker irgendwas machen, was uns nicht gefällt. Aber warum sollten die Politiker denn dümmer sein als wir, besonders wenn es um Themen geht, in die sie besser eingearbeitet sind als wir?

Ich gehe davon aus, dass meist nicht die Dummheitshypothese, sondern die Kalkülhypothese stimmt?
Es gibt 147 eng verwobene transnationale Konzerne (überwiegend als Banken bekannt: Deutsche Bank AG, Merrill Lynch, UBS, Credit Suisse, AXA...), die 40% der Weltproduktion kontrollieren. Das ist wirkliche, konzentrierte Macht. Unsere gewählten Regierungen sind Marionetten, die eine Demokratiesimulation aufrecht erhalten sollen. Sie sind nicht dumm, sie wissen aber "wo der Brotkorb hängt".
Na, ich weiß nicht. Können Sie das anhand von Fakten belegen, was für reale Ausirkungen diee wirtschaftliche Macht hat? Der Brotkorb hängt denke ich beim Steuerzahler.

BTW, was hat das mit dem NSA-Skandal zu tun? Sie deuten ja an, dass die Wirtschaft das Primat über die Politik hat. Will die Wirtschaft, dass die NSA lauscht? Zu welchem Zweck?
Wenn Sie auch an der Macht partizipieren wollen, kaufen Sie doch Aktien von der deutschen Bank. :)

cane

Re: Ukraine

Post by cane » Sun Mar 23, 2014 22:31

Sie deuten ja an, dass die Wirtschaft das Primat über die Politik hat.
Ja, Frau Merkel nannte es "marktkonforme Demokratie".
Ich weiß nicht viel über Brasilien, aber vielleicht kann Brasilien es sich leisten, und wir nicht?
Warum können wir es uns nicht leisten, uns gegen die NSA-Spionage zu wehren? Wenn man darauf eine Antwort findet, dann weiss man auch, warum die Bevollmächtigten der EU nicht weiss, wie der Hase laufen soll.
Ich gehe davon aus, dass meist nicht die Dummheitshypothese, sondern die Kalkülhypothese stimmt?
Darin sind wir uns einig. Aber was ist das Kalkül, welche (wessen) Interessen werden da verfolgt?


Noch ein Link zur Ukraine: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41306/1.html
Konstatiert werden können ein weitgehender Verlust an öffentlicher Akzeptanz und eine politische Radikalisierung in einigen westlichen Regierungen, die ihre Quellen auch in der verglühenden ökonomischen Vormacht der USA finden. Den regierenden Eliten dort, so scheint es, schwebt als letzter Ausweg ein "ring of fire" vor - planvoll inszenierte Scharmützel rund um alle wichtigen Konkurrenten.
Zur Erinnerung: die BRICS, zu denen auch Russland gehört, haben in den letzten Jahren ihren Anteil an der Weltindustrieproduktion von 12% auf 20% gesteigert. Vielleicht muss man jetzt etwas dagegen tun?

rufus
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Re: Ukraine

Post by rufus » Sun Mar 23, 2014 23:52

Warum können wir es uns nicht leisten, uns gegen die NSA-Spionage zu wehren? Wenn man darauf eine Antwort findet, dann weiss man auch, warum die Bevollmächtigten der EU nicht weiss, wie der Hase laufen soll.
Zum einen, ist Deutschland seit 1945 kein souveränes Land mehr. Aber selbst wenn das nicht so wäre, könnte ein Land wie Deutschland sind heute global nicht mehr behaupten (meines Wissens einer der Gründe, mit denen die Entwicklung der EU begründet wird). Also benötigt es Verbündete. Bis 1989 gab es zwei Großblöcke welche eine nennenswerte Anzahl von Verbündeten um sich scharren könnten.

Aus der Gruppe ausscheren wird wohl sanktioniert, z.B. einem bestimmte Ressourcen nicht mehr zugänglich sind (Märkte, Freihandelszonen, militärische Kapazitäten, ggf. militärische Unterstützung, nachrichtendienstliche Erkenntnisse...)

Als Mittelmacht hat man im Grunde nur die Wahl welcher Großmacht man sich anschließt, Unterordnung wird wohl in jedem Fall alternativlos sein. Man kann natürlich auch seinen eigenen Verein aufmachen (die EU ist sowas anscheinend im Frühstadium), aber auch dort wird es leader und follower geben.

Ich gehe davon aus, dass meist nicht die Dummheitshypothese, sondern die Kalkülhypothese stimmt? Darin sind wir uns einig. Aber was ist das Kalkül, welche (wessen) Interessen werden da verfolgt?
Wie können Konzerne denn ernsthaften Druck auf Politiker aufbauen (damit meine ich nicht Lobbyarbeit).



Ich glaube nicht, dass der Kampf um Ressourcen je enden wird, zumindest nich, solange es Menschen gibt.

cane

Re: Ukraine

Post by cane » Mon Mar 24, 2014 9:07

Zum einen, ist Deutschland seit 1945 kein souveränes Land mehr.
Das ist sicher ein Grund. Es wird Zeit, diesen Status Quo mal zu ändern.
Als Mittelmacht hat man im Grunde nur die Wahl welcher Großmacht man sich anschließt, Unterordnung wird wohl in jedem Fall alternativlos sein.
Die Schweiz oder Island kommen ganz gut als unabhängige Staaten zurecht. Island hat die Finanzkrise damit viel besser über wunden als Griechenland oder Spanien. Ob man DE als blockfreien akzeptieren wird, ist aber fraglich. Der Druck von außen wäre enorm.
Ich glaube nicht, dass der Kampf um Ressourcen je enden wird, zumindest nich, solange es Menschen gibt.
Die Zivilisationsdecke ist sehr dünn. Statt Krallen, Tatzen und Zähne haben die Menschen ein Arsenal von Waffen, eine Genfer Konvention auf dem Papier und eine frühzeitige Konditionierung auf "Rambo".
Wie können Konzerne denn ernsthaften Druck auf Politiker aufbauen
Dafür gibt es viele Möglichkeiten, könnte man lange schreiben.

Kurz: wenn man 40% der Weltindustrieproduktion kontrolliert, kann man ein einzelnes Land in den Abgrund fahren. Alle entwickelten Industriestaaten sind durch Verschuldung von den Banken abhängig.

Nicht jeder Staat kann oder will dem Beispiel Islands folgen und einfach sagen "Diesen Teil der Schulden erkennen wir nicht an - basta."

Ein Politiker, der das in DE auf die Tagesordnung setzen würde, ist schnell abserviert. Ein Shitstorm in der Springer-Presse und das Problem ist gelöst. Es wurden schon Politiker für weniger provokative Gedanken abgeschossen.

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Ochnö
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Re: Ukraine

Post by Ochnö » Mon Mar 24, 2014 16:26

Brasilien
h*tp://www.reuters.com/article/2014/02/05/us-b ... JO20140205

abgesehen davon kann ein Politiker in Lateinamerika immer Punkten wenn er den Yankees an's Bein pinkelt.

Dratzieher:
https://en.wikipedia.org/wiki/Koch_family

Zur Erinnerung 1% der US Buerger besitzen 40% des Volksvermoegens.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aspen-Institut

https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz

http://junge-transatlantiker.de/

https://twitter.com/Transatlantiker

http://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftsforum

"Putins Liste"?
http://www.dw.de/wer-steht-als-n%C3%A4c ... a-17512954

Zumindest aus der 2ten oder 3ten Reihe kamen ja schon Andeutungen das die Russischen Brueder in den Baltischen Staaten dringend "geschuetzt"werden muessten...


Fuer die die viel Zeit haben:
http://www.heise.de/tp/artikel/40/40546/1.html
„Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“
―Warren Buffett
„Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht“
[Zitiert bei Rosemarie Schwaiger. Warren Buffett: Das nette Gesicht des Kapitalismus. Die Presse 28. 08.2010]
―Warren Buffett
Kommentar von US Freunden:"die haben schon gewonnen,dank ihrer Propaganda glauben wir dummen Amis immer noch an den Amerikanischen Traum"vom Tellerwaescher zu Milliardear"

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