Linux & JonDo

Fragen zur Organisation, spezielle technische Fragen zum Dienst,
xg27
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Re: Linux & JonDo

Post by xg27 » Sun Dec 15, 2013 20:24

pumpkin wrote:
... beide Canonical und Microsoft, Windows und Ubuntu sind demnach wohl gleich schlimm, einverstanden.

Spricht das jetzt für Canonical/Ubuntu oder gegen Microsoft/Windows? Oder umgekehrt...
Also,








ich wuerde sagen canonical will genau dort hin wo microzoft schon lange ist; aber noch ist canonical nicht dort.

Ausserdem hat ubuntu noch zwei wesentliche Vorteile vor windoze:


---bei ubuntu ist der code (noch) groesstenteils open source, also einsehbar; bei windoze duerfen wir gerade einmal glauben was uns eine corporate spokesperson mit Hollywoodlaecheln oder auch mit Pokerface erzaehlt.


---bei ubuntu kann ein win-user ganz normal weiter-usen und hat ausserdem noch die Moeglichkeit tiefer zu gehen und sich an UNI*-artige Systeme zu gewoehnen. Daher auch vorab der Begriff E-i-n-s-t-i-e-g-s-d-r-o-g-e.



Wenn ich zum jetztigen Zeitpunkt nur ubuntu und win zur Verfuegung haette, dann wuerde ich ohne Zoegern ubuntu waehlen.




Und jetzt noch etwas:

Um dorthin zu gelagen wo canonical hin will, muss canonical imho letztlich den ubuntu-code in proprietary code ueberfuhren; und das ohne allzu viele user zu verlieren.

Es geht also um die Frage ob die user es sich gefallen lassen, dass unter ihrer Nase ein offenes BS in ein geschlossenes uebergefuehrt wird ueber das sie keinerlei Kontrolle mehr haben und sich fortan mit schoenen Worten abspeisen lassen werden.


So ganz nebenbei blicken wir hier auf ein Volksverdummungs-Barometer.

cane

Re: Linux & JonDo

Post by cane » Sun Dec 15, 2013 21:24

Ich wollte noch auf diese Frage von "kornblumenblau" antworten:
Wieso reiten Sie eigentlich so darauf herum, dass "man" Unschönes dennoch "zu respektieren hat"? KritikVERBOT,
Das gebietet der Respekt von der Freiheit des Anderen, ist ein Kern der Urheberrechtsdebatte.

Der Schöpfer einer Leistung hat das Recht, die Lizenz für die Wertung / Konsumierung der Leistung durch Dritte festzulegen. Das gilt auch im Computerbereich. Die Bedingungen der Lizenz kann man kritisieren, man kann darüber diskutieren, aber man hat die Entscheidung zu respektieren. Daran führt kein Weg vorbei.

Ein Beispiel:

JonDos GmbH stellt die selbst entwickelte Software unter einer BSD-like Lizenz Dritten zur Verfügung. Das ist in der OpenSource Community nicht konsensfähig. Wir wollen unsere Einstellung aber nicht allen anderen Projekten als Dogma aufzwingen, wir erwarten nur Toleranz für unsere Entscheidung.

Der JonDoBrowser steht aber davon abweichend unter GPL 3.0 zur Verfügung, weil wir die Lizenz vom Firefox Source Code respektieren müssen und von den anderen Add-on Entwicklern. Außerdem dürfen wir das Firefox Logo nicht verwenden, das ist eine weitere Bedingung von Mozilla, die wir respektieren (müssen).

Wenn uns die Lizenz von Mozilla nicht gefällt, dann könnten wir darüber rumschimpfen (Kritik üben) und uns einen anderen Browser als Basis suchen, dessen Lizenz uns besser gefällt. Wir dürfen uns aber nicht darüber hinweg setzen, aus Respekt vor Leistung von Mozilla.


Wenn die bekannte "Tyrannei der GEMA" übernommen und im Open Source Bereich durch die "Tyrannei der GPLer" ersetzt wird, dann haben wir nichts gewonnen. Freiheit ist auch immer die Freiheit des Anderen (z.B. die Freiheit, die Lizenz für die eigene Leistung selbst zu wählen).


Das im konkreten Fall Ubuntu seinen Ruf ruinieren würde und auch den Ruf der Open Source Community, wäre bedauerlich. Aber Ubuntu hat das Recht, die Bedingungen für die Verwertung der eigenen Leistung durch Dritte festzulegen.

(Das ist etwas Off-topic, eher Urheberrechtsdebatte)

pumpkin
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Re: Linux & JonDo

Post by pumpkin » Mon Dec 16, 2013 10:58

xg27 wrote:
xg27 wrote:Das stimmt schon(...) Aber schlimmer als micropoft&co ist canonical wohl auch nicht
... beide Canonical und Microsoft, Windows und Ubuntu sind demnach wohl gleich schlimm, einverstanden. Spricht das jetzt für Canonical/Ubuntu oder gegen Microsoft/Windows? Oder umgekehrt...
Also, ich wuerde sagen canonical will genau dort hin wo microzoft schon lange ist(..) Ausserdem hat ubuntu noch zwei wesentliche Vorteile vor windoze (...) Wenn ich zum jetztigen Zeitpunkt nur ubuntu und win zur Verfuegung haette, dann wuerde ich ohne Zoegern ubuntu waehlen.
... also doch nicht wirklich gleich.

Als Einstieg "Ubuntu wählen", irgendwie will mir das nicht einleuchten.

Die Vergleicherei (ausgerechnet mit Microsoft/Windows) beiseite gelassen.
Warum einen Windows-Nutzer, der die Nase voll von Microsoft hat, mit dem Windows unter den Linux-Systemen "beglücken"? Mit was Verkehrtem zu einem richtigen UNIX-System? Das ist schwer zu verstehen, oder.
canonical will genau dort hin wo microzoft schon lange ist...
Wenn ich Sie recht verstehe, dann wird auf der einen Seite gesagt, daß zwar die Richtung, in die wir mit Ubuntu fahren, nicht stimme (Stichwort Microsoft). Auf der anderen Seite, daß Canonical, mit dessen Linux wir in falscher Richtung unterwegs sind, "aber noch nicht" an seinem Ziel sei - das wir doch gar nicht erreichen wollen (Windows)!?
.. aber noch ist canonical nicht dort
Wo wäre denn der Punkt erreicht, wo es Ihnen mit Ubuntu (und seiner Weiterempfehlung) reicht? Muß denn "Brühe" erst überlaufen, damit einem Canonical mitsamt seinen Angeboten stinkt?

Ich hätte gedacht, daß man davon besser die Finger läßt, und nicht auch noch für seinen Erfolg sorgt.

cane

Re: Linux & JonDo

Post by cane » Mon Dec 16, 2013 11:12

Ich hätte gedacht, daß man davon besser die Finger läßt...
Es stellt sich also die Frage, welche Linux-Distribution man einem willigen Umsteiger von Windows empfehlen kann. Vorschläge? Vielleicht LMDE?

Nache meinen Beobachtungen kommen Windows-Nutzer mit dem Linux-Desktop "KDE" besser zurecht als mit GNOME. KDE ist Windows-ähnlicher.

xg27
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Re: Linux & JonDo

Post by xg27 » Mon Dec 16, 2013 17:01

pumpkin wrote:
Als Einstieg "Ubuntu wählen", irgendwie will mir das nicht einleuchten.
.....

Ich hätte gedacht, daß man davon besser die Finger läßt, und nicht auch noch für seinen Erfolg sorgt.
Ich will dass mehr Leute beginnen ihr digitales Schicksal in die eigene Hand zu nehmen; Sie wollen Kreuzzuege fuehren.


Ich bin FUER etwas; Sie sind GEGEN etwas.


Wir haben nicht die gleichen Ziele.


Leider.

xg27
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Re: Linux & JonDo

Post by xg27 » Mon Dec 16, 2013 17:19

cane wrote:
Ich hätte gedacht, daß man davon besser die Finger läßt...
Es stellt sich also die Frage, welche Linux-Distribution man einem willigen Umsteiger von Windows empfehlen kann. Vorschläge? Vielleicht LMDE?

Nache meinen Beobachtungen kommen Windows-Nutzer mit dem Linux-Desktop "KDE" besser zurecht als mit GNOME. KDE ist Windows-ähnlicher.
Wichtiger noch als welche distro nun gewaehlt wird finde ich, dass der erste Schritt gemacht wird und die distro (als einfaches .iso-image selbst installiert wird (meinetwegen auf irgend einem alten Rechner). Dieser Schritt zur Unabhaengigkeit bringt glaube ich am Anfang am Meisten. Wenn man die gewaehlte distro dann nicht mag oder damit zurechtkommt, dann installiert man sich eben eine andere.

bodman

Re: Linux & JonDo

Post by bodman » Mon Dec 16, 2013 19:00

cane wrote:Es stellt sich also die Frage, welche Linux-Distribution man einem willigen Umsteiger von Windows empfehlen kann. Vorschläge? Vielleicht LMDE? ...
Wie im Thread - Opener geschrieben, würde ich von Mac zu Linux wechseln. Gibt es auch für diesen Fall sinnvolle Empfehlungen?

blympson
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Re: Linux & JonDo

Post by blympson » Mon Dec 16, 2013 22:05

cane wrote:Es stellt sich also die Frage, welche Linux-Distribution man einem willigen Umsteiger von Windows empfehlen kann. Vorschläge? Vielleicht LMDE?

Nache meinen Beobachtungen kommen Windows-Nutzer mit dem Linux-Desktop "KDE" besser zurecht als mit GNOME. KDE ist Windows-ähnlicher.
Der Desktop ist eig. egal. Wenn denn der Rest stimmt - bzw. stimmen würde.
Windows (7/8) funktioniert - auf einem sehr breiten Hardwareband.
Linux leider sehr oft nicht bzw. so "ja, aber". Dann will der DVB-T stick x nicht richtig oder mal ja, mal nein, je nach (speziellem) Grafiktreiber, deren Installation darüberhinaus auch nicht jedem Anfänger zu zumuten sind. Dann will das Wlan y nicht wirklich. Und man darf sich durch 15 Seiten merkwürdigste "Abhilfe-Anleitungen" fräsen. etc. pp...

Sowas ist in höchstem Maße abschreckend. Und die Wirklichkeit widerspiegelt dies Gewese ja nun auch sehr sehr deutlich.
linux hatte seine Chancen, man hat sie wohl alle verdaddelt. Man wollte zu viel (auf jeder Hardware, statt Beschränkung), scheute sich, benagelte "Glaubenssätze" (wie: beherrsche das terminal) über Board zu schmeissen und sich zudem endlich mal für eine Richtung zu entscheiden. Dazu hechelte man nach zB. ubuntu 10.04. das auf einem eig. sehr guten Weg war, viel zu sehr mac + windows features hinterher (= vollkommen unnötig). Folge: unübersichtlich, aufgebläht, zu vieles wollen.
LMDE oder suse sind da teils besser, teils noch schräger, nicht unbedingt immer eine Alternative.

So etwas spricht niemanden an, Anfänger bzw. nicht hochgradig technik-(und bastel-) affine menschlein gleich gar nicht.
Folge: keine Bedeutung auf dem desktop.
Schade, aber das wird sich wohl nicht mehr ändern.

xg27
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Re: Linux & JonDo

Post by xg27 » Tue Dec 17, 2013 1:41

blympson wrote: So etwas spricht niemanden an, Anfänger bzw. nicht hochgradig technik-(und bastel-) affine menschlein gleich gar nicht.
Folge: keine Bedeutung auf dem desktop.
Schade, aber das wird sich wohl nicht mehr ändern.
Windoze laeuft auf der ganzen Hardware weil die Hardware Windoze-kompatibel gebaut wird. Welches Ausmass an Fremdkontrolle das bedeutet, das begreifen die meisten Leute gar nicht.
Klar,sie haben auch gar keine Zeit darueber nachzudenken da sie ja zB ein privates E-Mail suchen muessen.

Es gibt ueber 100 Linuxe, von dead easy bis hoch anspruchsvoll; aber eine distro die alles kann und jeden zufriedenstellt ohne dass wir dazu einen Finger krumm machen muessen, das gibt es nicht.

Wenn wir unsere Systeme nicht warten und beherrschen dann werden es eben Andere tun (muessen).


Wir sind es die sich aendern muessen, nicht Linux.

xg27
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Re: Linux & JonDo

Post by xg27 » Tue Dec 17, 2013 2:19

bodman wrote:
cane wrote:Es stellt sich also die Frage, welche Linux-Distribution man einem willigen Umsteiger von Windows empfehlen kann. Vorschläge? Vielleicht LMDE? ...
Wie im Thread - Opener geschrieben, würde ich von Mac zu Linux wechseln. Gibt es auch für diesen Fall sinnvolle Empfehlungen?
Ja.

Werden Sie sich zuerst klar darueber, WARUM Sie zu Linux wechseln wollen.

Wenn Sie einfach nur ein System durch ein anderes erstzen wollen damit JonDoBrowser darauf laeuft, dann sind Sie wohl mit Windoze am Besten beraten.

Wenn Sie aber Kontrolle ueber Ihren Rechner erlangen wollen, dann wuerde ich empfehlen einen alten Win-Rechner anzuschaffen (BIOS, nicht UEFI! ; optischer Drive dabei; mindestens i386 - besser amd64; mindestens 1GB RAM - besser mehr; Festplatte mindestens 50GB; muss von optischem Drive und von USB wegbooten koennen). Dann lernen Sie als erstes wie man ein einfaches .iso image festinstalliert und probieren einfach mal ein paar distros aus; und auch gleich ein paar live-cd's wie etwa jondo-live-cd und Tails.
All das kostet nicht viel Geld und ist auch nicht besonders schwierig.


btw: wussten Sie dass auf Ihrem Mac ein Verwandter von Linux laeuft?
Ein BSD-derivat; allerdings ein proprietaeres - nur Apple darf wissen was es genau macht.

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