Im Verlauf der Untersuchung zu "Stuxnet" und "DuQu" stießen Computerexperten des Iran National CERT (MAHER) auf Anzeichen für einen weitere hochentwickelten Computerwurm in den iranischen Computeranlagen. Die Malware wurde "Flamer" getauft. Nachdem der Wurm im April wichtige Daten in der iranischen Ölindustrie löschte, wurde die UN-Organisation ITU um Unterstützung gebeten. Zusammen mit Kaspersky Lab und CrySys Lab analysierte die Spezialisten des MAHER den Wurm und entwickelten ein Tool zur Beseitigung der Malware.
Um weitere Analysen zu erschweren und die Spuren zu verwischen haben die Entwickler von "Flamer" inzwischen eine Selbstzerstörung des Wurms eingeleitet.
Bei "Flamer", "Stuxnet" und "DuQu" handelt es sich um hochentwickelte Cyberwaffen, die von den USA auf Anweisung bzw. mit Zustimmung des US-Präsidenten eingesetzt wurden. Die USA führen einen Cyberkrieg im Iran. Die UNO fordert die Länder auf, eine friedliche Lösung zu suchen, um eine Eskalation des Cyberkriegs zu verhindern. Eugene Kaspersky spricht nicht von "cyber war" sondern von "cyber terrorism".
Die neue Qualität von "Flamer" & Co. sind nicht nur die ausgefeilten technischen Details wie z.B. eine neue Methode um MD5 Hashes zu brechen. Es handelt sich vor allem um den ersten dokumentierten Angriff staatlicher Cyberkrieger auf ein anderes souveränes Land, es ist ein Dammbruch.
Nicht nur US-Streikräfte setzen Cyberwaffen gegen zivile Einrichtungen anderer Länder ein. Nordkorea ist nach den USA, China, Russland und Israel die fünfte große Cyberstreitmacht, die vom chinesischen Festland aus vor allem gegen Südkorea operiert. Das Land ist wahrscheinlich für die DDoS-Angriffe auf den südkoreanischen Flughafen Incheon verantwortlich.
Russland (mit der drittgößten Hackerarmee, die im Georgien-Krieg in Koordination mit militärischen Angriffen auch gegen zivile Ziele aktiv war) hat bereits vor einiger Zeit in der UNO die Ächtung von Cyberwaffen angeregt. Da diese Waffen erheblichen Schaden beim Einsatz gegen zivile Ziele anrichten können, sollten sie ähnlich wie chemische Waffen geächtet werden. Bisher wurden Verhandlungen zu diesem Thema in der UNO von den USA blockiert.
Update: Bruce Schneier (ein international anerkannter Sicherheitsforscher) hat einen Artikel verfasst, der sich mit der Gefahr des Krieges im Cyberspace befasst: An International Cyberwar Treaty Is the Only Way to Stem the Threat.
Wir unterstützen die folgende Erklärung des FIfF: