Wie der große Bruder China nutzt auch Vietnam die Zensur des Internet, um die politische Meinungsbildung zu beeinflussen (siehe: Profil Vietnam bei OpenNet.net). Neben technischen Sperren wie DNS- und IP-Sperren sowie Filterung nach unerwünschten Wortkombinationen setzt Vietnam vor allem auf eine "Zensur in den Köpfen".
Ab Juni 2012 sollen in Vietnam neue Regeln für die 30 Mio. Interntnutzer und Anbieter von Diensten gelten, mit denen die Selbstzensur und die unbestimmte Angst vor möglicherweise unerwünschten Konsequenzen für vietnamesische Internetnutzer verschärft werden soll. (Quelle: Viet Tan)
Der Gesetzentwurf beinhaltet u.a. folgende Punkte:
- Anonyme Meinungsäußerungen werden verboten. Bei allen Kommentaren in Blogs und Postings in Foren ist der reale Name anzugeben.
- Social Networks dürfen nur mit realen Namen genutzt werden.
- Betreiber von Blogs und Online Foren sind für alle von Dritten veröffentlichten Beiträge voll verantwortlich.
- Betreiber von Blogs, Foren und anderen Webseiten müssen die Behörden über unerwünschte politische Meinungsäußerungen informieren.
- Internationale Anbieter von Webdiensten für vietnamesische Internetnutzer sollen eine Niederlassung im Hoheitsgebiet des Landes eröffnen und die Daten der Nutzer ebenfalls im Hoheitsgebiet Vietnams speichern, um Behörden einfachen Zugriff auf die Daten zu ermöglichen.
- Außerdem haben Suchmaschinen, Social Networks usw. für vietnamesische Internetnutzer die Zensurregeln der Regierung umzusetzen.
Von Google und Facebook, die Millionen Nutzer aus Vietnam haben, liegt bisher keine Stellungnahme vor. In ähnlichen Situationen in Indien und China haben sich beide Konzerne kooperativ gezeigt.